Unsere Redaktion hat den Holzbau-Sachverständigen Dipl.-Ing. Ralf Stoodt (RS) von der Vereinigung ZimmerMeisterHaus in Schwäbisch Hall sowie Stefan Höötmann (SH), Geschäftsführer des Anbieters und Herstellers SH HOLZ & MODULBAU aus Lingen, nach ihrer Einschätzung des Marktgeschehens gefragt.
Redaktion: Warum rückt das Bauen mit Modulen immer mehr in den Fokus? Was ist das Neue, das besonders Spannende daran?
RS: Neu und spannend am Modulbau ist zunächst einmal die Größe der verbauten Einheiten: Während beim Holzrahmen- und Holztafelbau Wände und Decken einzeln hergestellt und erst am Bestimmungsort miteinander verbunden werden, geschieht das beim Modulbau bereits im Werk. Dabei besteht die Möglichkeit, den weiteren Innenausbau mit fertigen Oberflächen an Wänden, Decke und Boden inklusive installierter Haustechnik bis hin zu Einbaumöbeln ebenfalls im Werk vorzunehmen. Der Modulbau ermöglicht somit eine erheblich höhere Fertigungstiefe. Gemein ist beiden Bauweisen, dass ihre Einheiten in der Halle entstehen und auf der Baustelle miteinander zu einem Gebäudeganzen kombiniert werden.
Redaktion: Welcher besondere Vorteil zeichnet den Modulbau aus?
SH: Besonders vorteilhaft an der Modulbauweise ist aus Unternehmer- wie auch aus Kundensicht, dass die Raumzellen alias Module schon im Werk projektspezifisch konfiguriert und wunschgemäß ausgestattet werden. Die dadurch erzielte Zeitersparnis ist enorm: Der Holzmodulbau ist um bis zu 40 Prozent schneller als der zimmermannsmäßige Holzrahmen- und erst recht als jeder konventionelle Mauerwerksbau!
Redaktion: Wie viele Anbieter für Modulbauten teilen sich den Markt?
RS: Beim Modulbau handelt es sich um einen überschaubaren, relativ jungen Nischenmarkt, der eigentlich gerade erst in Schwung kommt. Gegenwärtig dürften rund drei Dutzend Modulhersteller in Deutschland aktiv sein. Doch die Zahl der Anbieter wächst. Das liegt allerdings auch daran, dass sich der Markt auffächert, wenn man die Materialität der angebotenen Module mitbetrachtet: Es gibt Module aus Holz, aus Stahl, aus Mauerwerk wie auch aus Beton, ferner verschiedene Werkstoffkombinationen. Bei Hybridmodulen können die Umfassungswände zum Beispiel aus Ziegelmauerwerk oder Holz bestehen, während Decken und Böden aus Beton gefertigt sind.
Meines Wissens existiert noch keine amtliche Statistik, die den Modulbau in seiner ganzen Bandbreite erfasst und untergliedert. Vielleicht liefert das Statistische Bundesamt oder ein privates Marktforschungsinstitut irgendwann einmal valide Zahlen. Gegenwärtig können wir daher nur mutmaßen, wie schnell der Marktanteil von Modulbauten in Deutschland und Europa wächst. Es bleibt also spannend!
Redaktion: Wie ist es generell um die Wirtschaftlichkeit des Modulbaus bestellt?
SH: Holzmodulbau rechnet sich wie keine zweite Bauweise. Selbst bei konsequent durchrationalisiertem Baustellengeschehen bleibt unterm Strich ein deutliches Plus für alle Baubeteiligten übrig, sofern man mit Modulen baut. Das gilt umso mehr, wenn möglichst sämtliche Gewerke zentral an den Modulhersteller vergeben werden und alle Abläufe im Herstellerbetrieb wie auch die Endmontage auf der Baustelle minutiös aufeinander abgestimmt sind, so dass die gebaute Qualität von vornherein eine berechenbare Größe ist.
Redaktion: Woran können Interessenten erkennen, ob ein Modulhersteller ein leistungsstarker Anbieter ist, der zum jeweiligen Bauvorhaben passt?
RS: Einen guten Anhaltspunkt liefern Zertifizierungen, die von neutralen notifizierten Stellen ausgefertigt worden sind. Da der Modulbau keine normativ geregelte Bauweise ist, bietet die Europäische Technische Bewertung die Basis für den umfassenden Nachweis der Erfüllung der bautechnischen Anforderungen, die an die aus Modulen errichteten Gebäude gestellt werden. Mit der ETA-Zertifizierung werden Hersteller regelmäßig auf Einhaltung der von ihnen in der ETA deklarierten Ausführungsstandards überwacht. Somit hat der Auftraggeber die Gewissheit, dass er auch bekommt, was in der ETA klassifiziert ist. Einer der ersten Anbieter mit ETA und der dazu gehörigen Zertifizierung für Holzbau-Module ist übrigens das ZMH-Mitgliedsunternehmen SH HOLZ & MODULBAU aus Lingen.
Redaktion: Was spricht darüber hinaus für das für das Bauen mit Modulen?
RS: Das ist für mich, obwohl ich von Haus aus Ingenieur bin, vor allem die Logistik! Module werden exakt zum Montagezeitpunkt auf die Baustelle geliefert, wo sie im Idealfall unmittelbar nach der Ankunft – ohne Zwischenlagerung – in Position gebracht und montiert werden können. Aus mehreren Raummodulen, die planmäßig miteinander verbunden werden, entsteht so innerhalb kürzester Zeit das jeweilige Gebäude. Und dadurch, dass die gelieferten Module zumeist schon im Werk wunschgemäß ausgestattet worden sind, können die Gebäude kurzfristig in Betrieb genommen werden. Langwieriger Innenausbau unter Baustellenbedingungen ist weitgehend bereits im Herstellwerk unter optimalen Witterungs- und Arbeitsbedingungen vorweggenommen
Redaktion: Was ist am Modulbau aus Planersicht bemerkenswert?
SH: Präzise Planung aller Durchdringungen und Anschlusspunkte schafft die Voraussetzung für absolute Passgenauigkeit und ist unabdingbar, wenn mehrere Raummodule neben- und übereinander verbaut werden sollen. Es macht daher Sinn und liegt im Interesse aller Baubeteiligten, dass der Hersteller alles in seiner Hand hat und ein weitgehend fertiges Gebäude, aufgeteilt in transportierbare Module, die Fertigungshalle verlässt. Das ETA-Zertifikat gibt Entscheidern aus der Wohnungswirtschaft wie auch Stadtbauämtern und Kommunen die Gewissheit, Bauprojekte mit einem leistungsstarken und in jeder Hinsicht zuverlässigen Partner anzugehen. Einem Partner, der mit Sicherheit genau das liefert, was erwartet und benötigt wird.
Redaktion: Besteht die Möglichkeit, beim Bauen mit Raummodulen Gebäude-Grundrisse zu variieren?
SH: Ein ganz wichtiger Aspekt, den Sie da ansprechen! Bauen mit Modulen bedeutet nämlich nicht, Räume mit immergleichen Flächenmaßen aneinanderzureihen bzw. zu stapeln wie Container auf einem Schiff. Intelligente Anbieter beherrschen die Kunst, Raummodule unterschiedlicher Abmessungen so zu arrangieren, dass ein attraktives Gebäude mit abwechslungsreichen Grundrissen entsteht. SH HOLZ & MODULBAU beispielsweise macht sich stark für qualitätvollen Modulbau, der sowohl architektonisch, energetisch als auch wirtschaftlich überzeugt.
Redaktion: Aus welchen Baumaterialien sollten Raummodule idealerweise bestehen?
RS: Unter allen Baustoffen, die heute am Markt verfügbar sind, setzt sich das Bauen von Modulen unter Verwendung eines Holz-Tragwerks inzwischen immer mehr durch. Hintergrund ist einerseits die Nachhaltigkeit von Holz und andererseits die Weiterentwicklung der bauordnungsrechtlichen Anforderungen und Nachweise, mit denen inzwischen Gebäude bis zur Hochhausgrenze (Gebäudeklasse 5) problemlos mit einem Holztragwerk ausgeführt werden dürfen. Das kommt vor allem dem aktiven Klimaschutz zugute, denn bekanntlich speichern Bäume schon während ihrer Wachstumsphase CO2. Das somit gebundene Kohlendioxid verbleibt über die gesamte Nutzungszeit des Gebäudes im Holz. Damit bewirken Gebäude aus Holz eine natürliche, sofort wirksame „CO2-Senke“ – anders als wissenschaftliche Planspiele, die darauf abzielen, CO2 „einzufangen“ und unterirdisch in Hohlräumen zwischenzuspeichern.
Redaktion: Holz ist mineralischen Baustoffen beim Modulbau überlegen?
RS: Das kann man so sagen. Für Holz spricht, dass es – neben der trockenen und direkt weiter ausbaubaren Bauweise – der Baustoff ist, der das weitaus günstigste Verhältnis von Tragfähigkeit zu Gewicht aufweist.
Das bedeutet, Holzbauteile und natürlich auch Module aus Holz können – im Vergleich zu Mauerwerks- und Betonbauweisen – besonders wirtschaftlich und klimaschonend auf die Baustelle transportiert und dort direkt montiert werden. Damit geht zumeist auch eine beträchtliche Zeitersparnis einher, die darauf zurückzuführen ist, dass ein Holz-Modulbau keine Trocknungszeiten benötigt – anders als Bauten aus Beton und/oder Mauerwerk.
Wenn viele Einheiten in kurzer Zeit benötigt werden, ist der Holzmodulbau klar von Vorteil; die Produktionsgeschwindigkeit ist im Holzmodulbau einfach sehr viel höher. Einen größeren Produktionszeitbedarf als Holzmodule oder Holz-Hybrid-Module haben auch Konstruktionen, bei denen zum Beispiel die Boden- als auch die Deckenelemente aus Beton und die Wände aus Ziegeln bestehen.
Redaktion: Wie kann man sich den ökologischen Vorteil genau vorstellen?
SH: Bauen mit Holzmodulen bedeutet, dass die Umwelt vor einem Übermaß an CO2-Ausstoß nachhaltig geschützt wird. Das liegt an der kapillaren Struktur des Naturmaterials, das schon während seines Heranwachsens zum Baum Kohlendioxid aufnimmt und für seine gesamte Standzeit im Wald sowie die Dauer der anschließenden Verwendung als Bauprodukt bindet. Man sagt, dass ein Kubikmeter Nadelholz, wie es im modernen Holzmodulbau für Wand-, Boden-, Dachtragwerks- und Deckenkonstruktionen sowie für den Innenausbau mit Türen und Fenstern zum Einsatz kommt, etwa eine Tonne CO2 absorbiert. Daraus resultiert ein ökologischer Fußabdruck, mit dem sich kein anderer Baustoff messen kann! Auch aus diesem Grund setzen marktführende Hersteller wie SH HOLZ & MODULBAU auf Nadelholz, das natürlich aus zertifizierten Forsten stammt.
Redaktion: Welche Aspekte gilt es bei der Ökobilanzierung ferner zu berücksichtigen?
RS: In Betracht ziehen sollte man bei der Ökobilanzierung außerdem das Gewicht der verschiedenen Konstruktionen: Holzmodule sind in der Regel deutlich leichter als ihre mineralischen Pendants; dadurch lassen sie sich mit dem LKW spritsparender an ihre Bestimmungsorte bringen. Unterm Strich zeichnen sich Holzmodule durch eine geringere Umweltbelastung und eine deutlich bessere Ökobilanz aus.
Redaktion: Herzlichen Dank, Herr Höötmann und Herr Stoodt, für diesen Einblick in den Modulbaumarkt!
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