Mit der vor rund einem Jahr erfolgten Übernahme durch die Aequita SE & Co. KGaA sind die Weichen bei der traditionsreichen KTX GmbH in Richtung Zukunft und weiteres Wachstum gestellt. Das auf innovative Interieur- und Exterieur-Komponenten für die Automobilindustrie spezialisierte Unternehmen mit Sitz im bayerischen Weißenburg und Niederlassungen in Solingen sowie in Serbien und den USA deckt von der Konzeption bis zur Endmontage die gesamte Produktionskette ab. Gefertigt werden die hochwertigen Trimlösungen auf Spritzgussmaschinen mit einer Schließkraft von 80 bis 3.200 Tonnen. Die anschließende Lackierung der Teile, die das Unternehmen am Firmensitz auch als Dienstleitung anbietet, zählt zu seinen Kernkompetenzen.
Fokussiert auf kontinuierliche Prozessverbesserung
Die Beschichtung erfolgt unter anderem mit Lackieranlagen des Herstellers Venjakob Maschinenbau GmbH, in die bei der damaligen Errichtung bereits eine CO2-Schneestrahlreinigung integriert war. „Insbesondere bei Teilen, die eine hochglänzende Piano-Black-Optik erhalten, sind absolut saubere Oberflächen ein Muss. Selbst kleinste Staubpartikel oder Fasern verursachen Oberflächenirritationen und damit Ausschuss“, erklärt David Heidrich, Head of Paint Shop bei KTX in Weißenburg. „Wir sind daher immer an Lösungen interessiert, mit denen wir unsere Prozesse weiter optimieren können.“ Eine solche Gelegenheit bot sich, als der Abteilungsleiter einen ehemaligen Kollegen aus der Technikerschule traf. Dieser arbeitete inzwischen als Applikationstechniker bei der acp systems AG, die mit ihrer quattroClean-Schneestrahltechnologie zu den globalen Technolgieführern zählt. Das Verfahren nutzt flüssiges, recyceltes Kohlendioxid als Reinigungsmedium, das durch eine verschleißfreie Zweistoff-Ringdüse geleitet wird. Das Kohlendioxid entspannt beim Austritt aus der Düse zu feinem CO2-Schnee, der von einem separaten, ringförmigen Druckluft-Mantelstrahl gebündelt und auf Überschallgeschwindigkeit beschleunigt wird. Beim Auftreffen auf die zu reinigende Oberfläche entwickelt der Schnee-Druckluftstrahl eine Kombination aus thermischem, mechanischem, Lösemittel- und Sublimationseffekt. Durch das Zusammenspiel dieser vier Wirkmechanismen werden partikuläre Verunreinigungen bis in den Submikrometerbereich und filmische Kontaminationen prozesssicher und reproduzierbar entfernt. Da das kristalline Kohlendioxid während des Prozesses vollständig sublimiert, sind die gereinigten Flächen rückstandfrei trocken.
Höhere Reinigungsleistung in Versuchen nachgewiesen
Um die Leistungsfähigkeit der Technologie von acp mit der bisher eingesetzten zu vergleichen, wurden Versuche bei KTX vereinbart. Zum Einsatz kam zunächst ein mit sechs Düsen ausgestattetes Array, das außerhalb der Zulaufstrecke der Lackieranlage manuell über die Teile geführt wurde. „Bei den mit dem Düsenarray manuell gereinigten Teilen war die anschließende Lackierqualität besser“, berichtet Thomas Leimester, Head of Surface Development bei KTX. „Wir entschlossen uns deshalb, diese Lösung für die Integration in unsere Lackieranlage gemeinsam mit acp weiterzuentwickeln.“ Wichtig war bei dieser Anpassung die Sicherheit des vorhandenen Reinigungsmoduls von Venjakob zu erhalten und die neue Reinigungseinheit in die bestehende Anlagensteuerung zu integrieren, was durch die hervorragende Zusammenarbeit der beteiligten Unternehmen möglich wurde.
Rotationsdüse als Lösung
Für die Aufgabenstellung bei KTX erwies sich das von acp neu entwickelte Rotationssystem als optimale Lösung. Diese Düsentechnologie ermöglicht bei der Entfernung von locker anhaftenden, partikulären Verunreinigungen eine hohe Flächenreinigungsleistung bei verringertem Kohlendioxid- und Druckluftverbrauch. Die Düsen stehen mit einem fest eingestellten 45 ° sowie über Adapter anpassbarem Strahlwinkel zur Verfügung. Die Rotationseinheit kann mit verschiedenen Flügeln ausgestattet werden. „Durch Versuche mit einer ebenfalls manuell geführten Strahleinheit mit drei Rotationsdüsen hat acp nachgewiesen, dass damit ein ebenso gutes beziehungsweise sogar besseres Reinigungsergebnis erzielt wird“, merkt David Heidrich an.
Integration einer Einheit mit drei Rotationsdüsen
Die Integration in das Reinigungsmodul von KTX erfolgte mittels einer vierflügeligen Rotationseinheit, die mit drei Düsen bestückt ist. Die Strahlwinkel lassen sich hier teilespezifisch anpassen. Platziert ist die Rotationseinheit am Linearsystem des Reinigungsmoduls, wofür einige kleinere Umbauarbeiten erforderlich waren. „Für die steuerungstechnische Synchronisation der neuen Strahleinheit mit der Lackieranlage haben wir Venjakob mit ins Boot geholt“, konkretisiert Thomas Leimeister. „Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen untereinander und mit uns war sehr gut und partnerschaftlich. Alle bei der Umstellung auftretenden Herausforderungen wurden reibungslos gemeistert“, merkt sein Kollege an. Bei dem als Pilotprojekt erfolgten Umbau waren nach der Inbetriebnahme einige Optimierungen und Feinabstimmungen der Strahlwinkel für ein optimales Reinigungsergebnis erforderlich.
Technisch und wirtschaftlich ein Erfolg
Inzwischen arbeitet KTX seit August 2024 mit der neuen Reinigungslösung im Serienbetrieb. Mit den Ergebnissen ist das Unternehmen sehr zufrieden, so dass die Ausstattung weiterer Lackieranlagen mit der Reinigungslösung geplant ist. „Technisch konnten wir unseren Produktionsprozess spürbar verbessern und das auch hinsichtlich der Prozessstabilität. Darüber hinaus erzielen wir aus kaufmännischer Sicht einen Mehrwert“, merkt David Heidrich an. „Und nicht zuletzt haben wir aus diesem Projekt viel gelernt, so dass weitere Umbauten mit weniger Aufwand erfolgen können“, ergänzt Thomas Leimeister.
Die acp systems AG präsentiert diese sowie weitere kosten- und ressourcensparende, trockene quattroClean-Reinigungslösungen vom 14- bis 17. April 2026 auf der PaintExpo in Karlsruhe in Halle 3, Stand 3521.
Kontakt: acp systems AG, Oliver Wöhrle, 71254 Ditzingen, Deutschland, Telefon +49 7156 480140, info@acp-systems.com, www.acp-systems.com
Autor: Doris Schulz
Die acp systems AG ist ein globaler Technologieführer im Bereich advanced clean production, der dazugehörigen Prozessautomatisierung und Systemintegration mit Hauptsitz in Deutschland. Die Kerntechnologien sind die quattroClean-Schneestrahlreinigung, die Mikrodosierung sowie intelligente Handhabungslösungen für flexible Materialien und Folien. Die patentierte quattroClean-Technologie des Unternehmens ermöglicht die trockene, material- und ressourcenschonende Entfernung partikulärer und filmischer Verunreinigungen von nahezu allen technischen Werkstoffen. Das trockene Verfahren ist darüber hinaus für die Behandlung elektronischer und elektromechanischer Komponenten mit reproduzierbarem Ergebnis einsetzbar. Die Reinigung mit dem skalierbaren quattroClean-System kann ganzflächig oder partiell, beispielsweise an Schweiß-, Klebe-, Dicht- und Bondflächen, erfolgen. Seit 1997 unterstützt die acp systems AG ihre Kunden bei der Entwicklung, Planung und Integration hochautomatisierter Produktionsprozesse, insbesondere in der Elektronik-, Medizin- und Automobilindustrie. (www.acp-systems.com).
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