Ab 04. Juli wird ein Forscherteam entlang des 2850 Kilometer messenden Laufs mehr als 250 Proben ziehen und damit eine noch nie dagewesene Datengrundlage schaffen, die sich in diesem Falle sogar auf zehn Länder bezieht – Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Rumänien, Moldawien und Ukraine.
Dr. Katrin Schuhen, Gründerin von Wasser 3.0 und Autorin des Sachbuchs "Kriminalfall Mikroplastik – Ermittlungen in einem Jahrhundertverbrechen", über die Herausforderung des Sommers: „Rund 60 Tage lang verbindet unsere Expedition Wissenschaft, Sport und Kommunikation. Wir machen die Reise von Tag eins an erlebbar – und liefern am Ende das, woran es bisher fehlt: belastbare Daten. Alle Ergebnisse werden in der Global Map of Microplastics zusammengeführt und sind für die Öffentlichkeit jederzeit zugänglich."
Die Expedition wird zudem öffentlich begleitet: mit täglichen Updates, Live-Tracking, Behind-the-Scenes-Inhalten und Gesprächen mit dem Wissenschaftsteam. Im Anschluss folgen Laboranalysen und Datenauswertung, darauf aufbauend wissenschaftliche Publikationen und EU-Briefings. Ein Kurzfilm wird die Geschichte langfristig sichtbar halten.
Begleitet werden Schuhen und ihr Team zwischen Donaueschingen und Schwarzem Meer von dem Extremschwimmer Joseph Heß, der den gesamten Lauf im Kraul zurücklegt. Er dient nicht nur als Verstärker des Engagements, sondern steht auch symbolisch für die bisherigen Wissenslücken: Denn in der Frage des Ausmaßes der Mikroplastikbelastung schwimmen Bürger wie Entscheider bisher im Dunkeln.
Genau hier liegt das Kernproblem: Belastbare Daten zur Mikroplastikbelastung der Donau existieren bislang nicht. Kursierende Schätzungen – etwa von rund 4,2 Millionen Tonnen Mikroplastik, die täglich durch die Donau fließen sollen – sind genau das: Schätzungen, ohne wissenschaftlich validierte Messgrundlage. Auf die elementaren Fragen
- Wie viel Mikroplastik ist es wirklich und an welchem Ort?
- Wo liegen die Hotspots?
- Wo sind die Quellen?
gibt es bisher keine fundierten und validierten Antworten. Genau diese Lücke schließt das Projekt.
Die Donaubeprobung liefert erstmals belastbare Mikroplastik-Daten über den kompletten Flusslauf. Und die Fragen sind alles andere als akademisch, denn aus der Donau wird auch Trinkwasser gewonnen, das rund 20 Millionen Menschen versorgt.
Schon häufiger dienten Flüsse als willkommene Anschauungsobjekte für Umweltbelastungen, oft jedoch getarnt als Möglichkeit, Forschende und ihre Institute positiv darzustellen. Wissenschaftlicher Nutzen: nahe null. Im Falle der anstehenden Donaubeprobung geht es ausschließlich um die tatsächliche Qualität unseres Wassers, um verlässliche Datengrundlagen, um nachgehende Lösungen und Verbraucherschutz.
Die von der Wasser 3.0 gGmbH durchgeführte Beprobung wird durch Sponsoren und Spenden finanziert und kann unter dem Projektnamen „Schwimm mit gegen Mikroplastik" über das Portal betterplace.org unterstützt werden.
Die Wasser 3.0 gGmbH ist ein im Mai 2020 gegründetes non-profit Unternehmen, das durch die Verknüpfung von high-tech Materialien und low-tech Verfahren in Verbindung mit systemischer Perspektive neue Wege für den Umwelt- und Gesundheitsschutz in der (Ab-)Wasserreinigung aufzeigt. Im Fokus stehen flexible, kosten- und energieeffiziente Lösungen für die Entfernung von Mikroplastik und Mikroschadstoffen aus Wässern. Dazu gehören zum ersten Mal auch Detektionsverfahren und Weiterverwendungskonzepte. Entsprechend des Selbstverständnisses als Sustainability Entrepreneur handelt die Wasser 3.0 gGmbH Sektoren-übergreifend mit dem Ziel, messbare Beiträge zu den UN-Nachhaltigkeitszielen in den Bereichen verantwortungsbewusste Forschung, Green Innovation und nachhaltige Bildung zu leisten.
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