Hohe Nutzung, mäßige Noten für das Angebot
Wer täglich mit einem Werkzeug arbeitet, dessen Grenzen ihm niemand erklärt hat, entwickelt eigene Routinen. Im Studium betrifft das vor allem die Phase, in der es zählt — etwa wenn Stoff für eine mündliche Prüfung wiederholt und abgefragt werden muss.
„Die Studierenden haben sich das Werkzeug selbst beigebracht. Was fehlt, ist nicht der Zugang, sondern eine Vorstellung davon, wofür es taugt und wofür nicht“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Das Angebot ihrer Hochschule zum Erwerb von KI-Kompetenzen bewerten die Studierenden der Erhebung zufolge im Schnitt mit 3,3 von fünf Sternen. Mehr als die Hälfte erwartet zusätzliche Lernangebote, besonders zum ethischen Umgang und zum Schutz persönlicher Daten.
Was die Befragung ausweist
Nach Angaben des CHE ergibt sich folgendes Bild:
- 81 Prozent der Studierenden nutzen KI-Werkzeuge mindestens wöchentlich.
- 46,5 Prozent setzen sie täglich ein, 2,4 Prozent nie.
- Am häufigsten dienen sie allgemeinen Recherchen sowie dem Sammeln von Ideen.
- Das Angebot zum Erwerb von KI-Kompetenzen erhält im Schnitt 3,3 von fünf Sternen.
- An der Befragung beteiligten sich 28.584 Studierende an 202 Hochschulen.
Bei Prüfungsleistungen geht das Meinungsbild auseinander
Uneinheitlich fällt die Haltung zu der Frage aus, ob KI im Studium auch bei Prüfungsleistungen erlaubt sein sollte. Der Erhebung zufolge stimmen 46 Prozent einer erlaubten Nutzung eher oder vollständig zu, 31 Prozent lehnen sie ab, 24 Prozent sind unentschlossen.
Bemerkenswert ist die Spreizung, weil sie quer zur Praxis liegt. Ein Werkzeug, das vier von fünf Studierenden wöchentlich verwenden, hat für knapp ein Drittel von ihnen in der Prüfung nichts zu suchen.
Aus Vorlesungsstoff wird ein Format, das nebenbei läuft
Ein Teil der Nachfrage richtet sich auf Formate, die sich in den Tagesablauf einfügen statt zusätzliche Zeit am Schreibtisch zu verlangen. Aufzeichnungen und Skripte lassen sich inzwischen in ein hörbares Format überführen, das auf dem Weg zur Hochschule läuft.
Woran sich die nächste Befragung messen lässt
Die Befragungsreihe wird fortgeführt; frühere Ausgaben befragten Studierende der mathematisch-naturwissenschaftlichen, medizinischen, ingenieur- und geisteswissenschaftlichen Fächer.
Aussagekräftig wird dabei weniger die Nutzungsquote sein, denn sie liegt nahe am Maximum. Interessanter ist die Bewertung des Lehrangebots: Sie ist die einzige Größe dieser Erhebung, welche die Hochschulen selbst in der Hand haben.
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