Häufig entsteht das Problem bereits früher in der Prozesskette: durch eine ungleichmäßige Materialaufgabe, schwankende Eigenschaften des Eingangsmaterials, unzureichenden Materialaufschluss, ein ungeeignetes Kornband oder fehlende Klassierung. Auch Übergaben, Rückführungen und die Abstimmung benachbarter Prozessstufen können die Gesamtleistung begrenzen.
Für Anlagenbetreiber ist daher zwingend erforderlich zu wissen, unter welchen Bedingungen das Material den jeweils eingesetzten Trennschritt durchläuft. Die zentrale Frage zu Beginn der Prozessoptimierung lautet:
Welche Prozessparameter begrenzen aktuell die Leistungsfähigkeit der Anlage?
Reinheit, Rückgewinnung und Durchsatz gemeinsam betrachten
Zur Bewertung der Leistungsfähigkeit einer Recyclinganlage liefern folgende Kennzahlen wichtige Erkenntnisse:
Produktreinheit: Anteil des gewünschten Materials in einer Produktfraktion.
Rückgewinnung: Welcher Anteil des im Eingangsmaterial enthaltenen Zielmaterials wird tatsächlich in der gewünschten Produktfraktion zurückgewonnen?
Durchsatz: Materialmenge, die unter den geforderten Qualitäts- und Rückgewinnungsbedingungen dauerhaft verarbeitet werden kann.
Diese Größen stehen in einem direkten Zusammenhang. Eine höhere Reinheit kann beispielsweise durch die Akzeptanz höherer Verluste erzielt werden. Eine höhere Materialaufgabe kann zwar den Massendurchsatz erhöhen, gleichzeitig aber die Materialverteilung verschlechtern und damit die Trennleistung reduzieren.
Der nutzbare Durchsatz bei definierter Produktreinheit sowie tatsächlicherzielte Rückgewinnung sind die wichtigen Kriterien für Anlagenbetreiber.
Darüber hinaus können Anlagenverfügbarkeit, Rückführmengen, Verschleiß sowie Energie- und Medienbedarf die Wirtschaftlichkeit beeinflussen.
Acht häufige Ursachen für Leistungsprobleme in Recyclinganlagen
1. Ungleichmäßige Materialaufgabe und Materialverteilung
Eine höhere Materialaufgabe führt nicht automatisch zu einem höheren nutzbaren Durchsatz. Entscheidend für den gesamten Prozess ist die Beschaffenheit, mit der das Material die Trennstufe erreicht. Materialaufgabe und Fördertechnik sind damit zentraler Bestandteil der verfahrenstechnischen Auslegung.
Geeignete Gegenmaßnahmen bei fehlerhaftem Materialfluss können sein:
- gleichmäßige Dosierung
- abgestimmte Fördergeschwindigkeiten
- geeignete Verteiltechnik
- Auflösung von Verklumpungen
- kontrollierte Übergaben
- Vermeidung unnötiger Fallhöhen
- Vermeidung von Rückvermischung
Bei Trenntischen und Windsichtern kann eine ungleichmäßige oder verklumpte Aufgabe dazu führen, dass eine ungleichmäßige Materialschicht entsteht. Partikel überlagern sich und beeinflussen dadurch gegenseitig ihr Trennverhalten.
Die Folgen können zunächst unscheinbar sein: Die Anlage läuft weiter, aber Trennschärfe, Produktreinheit oder Rückgewinnung verschlechtern sich.
TRENNSO TECHNIK® löst diese Aufgabe optimiert auf das jeweilige Trennprinzip. Beim Trenntisch TTS sorgt eine integrierte Verteilrinne für eine gleichmäßige Verteilung über die Arbeitsbreite. Das Material wird durch Luft von unten fluidisiert, sodass sich Leicht- und Schwergut entsprechend ihrer unterschiedlichen Eigenschaften trennen können.
Beim Zick-Zack-Sichter ZZS übernimmt eine Zellenradschleuse die dosierte Materialaufgabe; anschließend wird das Material über den Kanalquerschnitt verteilt.
2. Schwankende Eigenschaften des Eingangsmaterials
Recyclinganlagen verarbeiten selten einen vollständig konstanten Materialstrom. Zusammensetzung, Feuchte, Schüttdichte, Korngröße, Stückform und Verschmutzungsgrad können sich erheblich verändern.
Ein trockener, rieselfähiger Materialstrom verhält sich anders als feuchtes oder verdichtetes Material. Feinkorn kann an größeren Partikeln anhaften, leichte Bestandteile können sich entmischen. Folien, Fasern und flächige Materialien können sich überlagern oder an bewegten Bauteilen anlegen.
Eine Trennstufe arbeitet deshalb nicht mit einem theoretischen Durchschnittsmaterial, sondern mit den tatsächlichen Eigenschaften des Materials, das ihr zugeführt wird.
Typische Auswirkungen wechselnder Materialqualität
- schwankende Belastung einzelner Aggregate
- ungleichmäßige Band- oder Siebbelegung
- Materialstau oder Brückenbildung
- instabile Trennschnitte
- schwankende Produktreinheit
- steigende Rückführmengen
Für eine belastbare Anlagenplanung reicht deshalb eine einzelne Materialprobe nicht immer aus. Neben der durchschnittlichen Zusammensetzung sollte auch die erwartbare Schwankungsbreite berücksichtigt werden. Umfassende Versuche mit Originalmaterial liefern wichtige Erkenntnisse zur späteren Anlagenauslegung und Prozessoptimierung.
Wichtige Parameter sind je nach Anwendung beispielsweise Feuchte, Korngrößenverteilung, Schüttdichte, Stückform und Störstoffanteile.
Eine geeignete Dosier- und Puffertechnik kann Schwankungen teilweise ausgleichen, ersetzt aber keine ausreichende Charakterisierung des Eingangsmaterials.
3. Unzureichender Materialaufschluss
Da eine Trennstufe nur diejenigen Materialeigenschaften nutzen kann, die für das jeweilige Trennverfahren zugänglich sind, wird der Materialaufschluss zu einer wesentlichen Voraussetzung für eine erfolgreiche Sortierung.
Viele Eingangsmaterialien bestehen aus Verbunden. Kunststoffe können mit Metallen oder Fasern verbunden, Bauteile verschraubt, verklebt oder beschichtet sein. Bleiben solche Verbindungen nach der Vorbehandlung bestehen, entstehen Mischpartikel, deren Bestandteile für die nachfolgende Trennung nicht ausreichend freigelegt sind.
Da ein optimaler Aufschluss nicht zwangsläufig durch stärkere Zerkleinerung erreicht wird, ist zunächst die für die nachfolgenden Prozessschritte erforderliche Partikelstruktur zu definieren. Ziel ist es, unnötige Feinkornbildung zu vermeiden und gleichzeitig einen ausreichenden Aufschluss des Materials sicherzustellen.
TRENNSO TECHNIK® setzt hierfür unter anderem die vertikale Hammermühle VEHA und die horizontale Turbomühle HOTU ein. Die Verfahren unterscheiden sich in ihrem Aufschlussprinzip und können über Prozessparameter wie Rotordrehzahl, Verweilzeit und Mahlbahnabstand an die jeweilige Aufgabenstellung angepasst werden.
Je nach Stoffstrom kann auch eine mechanische Vorseparation sinnvoller sein, als sämtliche Verbunde in einem einzigen Zerkleinerungsschritt aufzulösen.
4. Ungeeignete Korngrößenverteilung
Die Korngrößenverteilung beeinflusst zahlreiche nachfolgende Prozessstufen, von der Siebung über die Windsichtung bis zur Dichte-, Magnet- oder Wirbelstromtrennung.
Zu grobes Material kann noch nicht ausreichend aufgeschlossene Verbunde enthalten. Sehr feine Partikel können dagegen schwieriger zu fördern, zu vereinzeln oder gezielt auszutragen sein.
Auch ein sehr breites Kornspektrum kann die Trennung erschweren. Große und kleine Partikel unterscheiden sich in Bewegungs-, Flug- und Strömungsverhalten. Dadurch können innerhalb einer Trennstufe unterschiedliche Bedingungen entstehen.
Ein universell optimales Kornband gibt es deshalb nicht. Entscheidend ist, welche Materialeigenschaft das jeweilige Trennverfahren nutzt und welche Produktfraktion erzeugt werden soll.
Idealerweise schafft Zerkleinerung eine Partikelstruktur, die optimal geeignet für die nachfolgenden Prozessschritte ist.
Eine anschließende Klassierung kann den Materialstrom in geeignete Größenbereiche aufteilen und damit definiertere Bedingungen für die Trennung schaffen.
5. Fehlende oder ungeeignete Klassierung
Klassierung beeinflusst die Bedingungen, unter denen nachfolgende Trennverfahren arbeiten. Werden stark unterschiedliche Korngrößen gemeinsam verarbeitet, können sich ihre physikalischen Eigenschaften überlagern.
Besonders bei gravimetrischen und strömungsabhängigen Verfahren können Kombinationen aus Partikelgröße, Dichte und Form zu ähnlichen Bewegungszuständen führen. Die Trennschärfe kann dadurch sinken.
Häufige Schwachstellen
- ungeeigneter Trennschnitt
- zugesetzte oder beschädigte Siebflächen
- ungleichmäßige Beschickung
- zu hohe Siebbelegung
- fehlende Feinkornabtrennung
- Rückvermischung bereits klassierter Fraktionen
TRENNSO TECHNIK® bietet hierfür unter anderem die Siebmaschinen SIK und SIS sowie die Rundvibrationssiebe SVR und STR.
Welche Siebmaschine, Siebfläche und Siebkonfiguration geeignet sind, hängt jedoch vom Materialstrom und der konkreten Klassieraufgabe ab. Auch Beschickung und Austrag müssen berücksichtigt werden.
Die Siebmaschine ist deshalb nicht isoliert zu betrachten: Entscheidend ist die gesamte Klassierstufe.
6. Feuchte, Staub und Anhaftungen
Feuchtigkeit, Staub, Beschichtungen und andere Anhaftungen können das Verhalten von Partikeln in Sieb-, Luft- und Dichtetrennprozessen verändern.
Feuchte und Feinkorn können beispielsweise Agglomerate bilden. Damit verändert sich die effektive Partikelgröße. Beschichtungen oder Anhaftungen können zusätzlich Oberflächen- und Reibungseigenschaften beeinflussen.
Besonders anspruchsvoll können sein:
- feuchte Kunststofffraktionen
- stark verschmutzte Materialien
- beschichtete oder lackierte Metalle
- Partikel mit Etiketten oder Anhaftungen
- nicht vollständig aufgeschlossene Verbunde
- feinkörnige, zur Verklumpung neigende Stoffströme
Je nach Material können Entstaubung, Reinigung, Trocknung oder eine zusätzliche mechanische Vorbehandlung erforderlich sein.
Entscheidend ist jedoch, welcher Störeinfluss die nachfolgende Trennung tatsächlich begrenzt. Eine zusätzliche Vorbehandlung ist nur dann sinnvoll, wenn sie einen messbaren Beitrag zur Zielgröße leistet.
7. Nicht abgestimmte Trennverfahren
Kein einzelnes Trennverfahren nutzt sämtliche relevanten Materialeigenschaften gleichzeitig.
Magnetabscheidung, Wirbelstromabscheidung, Windsichtung und Dichtetrennung greifen auf unterschiedliche physikalische Eigenschaften zurück.
Die Auswahl sollte deshalb von der konkreten Trennaufgabe ausgehen:
- Welche Zielfraktion soll gewonnen werden?
- Welche Störstoffe sind vorhanden?
- Welche Eigenschaft unterscheidet Ziel- und Störstoff?
- Welche Korngrößen und Stückformen liegen vor?
- Welche Produktreinheit und Rückgewinnung werden benötigt?
- Welche Nebenfraktionen entstehen?
Erst daraus ergibt sich die sinnvolle Kombination aus Aufschluss, Klassierung und Separation.
TRENNSO TECHNIK® setzt für unterschiedliche Trennaufgaben unter anderem Trenntische wie den TTS, Windsichter wie den Zick-Zack-Sichter ZZS und den Querstromsichter QSS ein.
Für metallhaltige Stoffströme kommen weitere physikalische Trennprinzipien hinzu. Die Separationseinheit MSE dient beispielsweise der Magnetabscheidung ferromagnetischer Bestandteile. Für elektrisch leitfähige Nichteisenmetalle wie Aluminium oder Kupfer kann der Wirbelstrom-Barrierescheider WSB900 eingesetzt werden.
Eine zusätzliche Trennstufe ist jedoch nicht automatisch eine bessere Lösung. Wird sie an der falschen Stelle eingesetzt oder mit einem ungeeigneten Materialstrom beschickt, kann sie Rückführmengen und Anlagenkomplexität erhöhen, ohne die eigentliche Ursache zu beseitigen.
8. Nicht abgestimmte Übergaben und Rückführungen
Auch zwischen technisch geeigneten Maschinen kann Trennleistung verloren gehen.
Ungeeignete Fallhöhen können eine zuvor erreichte Materialverteilung wieder zerstören. Seitenführungen können Anhäufungen erzeugen. Zu schmale Rutschen können Material verdichten, während ungünstige Austragsgeometrien zu einer ungleichmäßigen Beschickung des nachfolgenden Förderers führen können.
Zusätzliche Probleme entstehen beispielsweise durch:
- Rückvermischung getrennter Fraktionen
- Materialanhaftungen
- unkontrollierten Lufteintrag
- Staubfreisetzung
- Verschleiß an Umlenkungen
- schlecht zugängliche Reinigungsstellen
- unzureichende Puffer
Eine Recyclinganlage ist deshalb mehr als die Summe ihrer Aggregate.
Fördertechnik, Übergaben, Austräge, Puffer und Rückführungen müssen genauso in die Prozessbetrachtung einbezogen werden wie Zerkleinerung, Klassierung und Trennung.
Stoffstrombilanz: Wo geht das Zielmaterial verloren?
Wenn Reinheit oder Rückgewinnung nicht den Zielwert erreichen, sollte nicht automatisch die letzte Trennstufe neu eingestellt werden.
Die aussagekräftigere Frage für einen gelingenden Optimierungsprozess lautet:
Wo befindet sich das Zielmaterial nach jeder Prozessstufe?
Eine Stoffstrombilanz kann zeigen,
- wie viel Zielmaterial im Produkt landet,
- wie viel in Nebenfraktionen verloren geht,
- welche Störstoffe in die Produktfraktion gelangen,
- welche Mengen zurückgeführt werden,
- und an welcher Stelle relevante Verluste entstehen.
Damit lässt sich unterscheiden, ob eine Trennstufe tatsächlich schlecht arbeitet oder ob sie bereits einen ungünstigen Materialstrom erhält.
Für den Betreiber ist das unmittelbar wirtschaftlich relevant, da hohe Rückführmengen die interne Umlaufmenge erhöhen und Produktverluste die vermarktbare Menge reduzieren. Zudem erhöhen zusätzliche Nachsortierungen die Investitions-, Energie- und Betriebskosten.
Die Stoffstrombilanz ist deshalb eines der wichtigsten Werkzeuge, um die Anlagenleistung zu beschreiben und gezielt zu verbessern.
Systematische Ursachenanalyse
Wenn eine Anlage ihre Zielwerte nicht erreicht, sollte die Analyse entlang des Materialflusses erfolgen:
- Materialaufgabe und Dosierung prüfen
- Eingangsmaterial und Schwankungsbreite erfassen
- Aufschluss und Zerkleinerung bewerten
- Korngrößenverteilung analysieren
- Klassierung und Vorabscheidung prüfen
- Materialverteilung vor der Trennstufe kontrollieren
- Trennleistung und Austrag getrennt beurteilen
- Übergaben und Rückführungen einbeziehen
- Produkt- und Nebenfraktionen gemeinsam bilanzieren
Optimierung unter realen Betriebsbedingungen
Auch eine technisch schlüssig ausgelegte Anlage benötigt passende Einstellungen für den tatsächlichen Betrieb.
Ändert sich das Eingangsmaterial, wird beispielsweise eine Anpassung bei Dosierung, Luftführung, Fördergeschwindigkeit, Trennparameter oder Rückführungen nötig.
Prozessdaten ermöglichen es, Veränderungen im Materialstrom und im Anlagenbetrieb frühzeitig zu erkennen. Die gemeinsame Betrachtung von Materialzustand, Messwerten, Verfahrensschritten und Stellgrößen schafft die Grundlage für eine fundierte Ursachenanalyse und gezielte Optimierung.
Originalmaterial statt Idealmaterial testen
Die technische Eignung eines Trennverfahrens lässt sich aus Materialeigenschaften ableiten. Ob eine konkrete Prozesskombination unter realen Bedingungen die geforderte Reinheit und Rückgewinnung erreicht, sollte jedoch möglichst mit dem tatsächlichen Material überprüft werden.
Relevant sind dabei unter anderem:
- Zusammensetzung
- Feuchte
- Korngrößenverteilung
- Verschmutzung
- Verbundanteile
- Stückform
- Schwankungsbreite
- gewünschter Durchsatz
TRENNSO TECHNIK® verfügt über ein eigenes Testcenter, in dem unter anderem Trenntische, Windsichter sowie Zerkleinerungs- und Siebtechnik für Versuche mit Originalmaterial eingesetzt werden können.
Damit lassen sich Verfahren und Prozessparameter unter praxisnahen Bedingungen bewerten. Auf Basis dieser Versuche kann TRENNSO TECHNIK® eine verbindliche Reinheitsgarantie für die spätere Anlage abgeben.
Für Anlagenbetreiber entsteht dadurch eine belastbarere Entscheidungsgrundlage als durch die isolierte Betrachtung theoretischer Leistungsdaten einzelner Maschinen.
Recyclinganlagen als Gesamtprozess planen
Bei der Planung einer Recyclinganlage wird idealerweise die Trennaufgabe direkt zu Beginn betrachtet: Welches Material soll unter welchen Bedingungen in welche Fraktionen getrennt werden?
Daraus ergeben sich Anforderungen an Materialführung, Aufschluss, Zerkleinerung, Klassierung, Separation, Dosierung und Förderung.
TRENNSO TECHNIK® verbindet Maschinenbau und Verfahrenstechnik bei der Planung und Optimierung von Aufbereitungsanlagen. TST-Engineering umfasst Planung, Konzeption und Projektierung kundenspezifischer Lösungen – von Einzelkomponenten und Modulen über Anlagenerweiterungen bis zu schlüsselfertigen Aufbereitungs- und Recyclinganlagen.
Das Maschinenprogramm umfasst unter anderem Zerkleinerungs-, Sieb-, Dichte-, Wind-, Magnet- und Wirbelstromtechnik sowie Förder- und Dosiertechnik.
Fazit: Die Ursache von Einschränkungen in der Anlagenleistung liegt häufig vor der eigentlichen Sortierung
Wenn eine Recyclinganlage ihre Zielwerte bei Reinheit, Rückgewinnung oder Durchsatz nicht erreicht, ist die letzte Trennstufe häufig nur die Stelle, an der ein früher entstandenes Problem sichtbar wird.
Ursachen können bereits im Eingangsmaterial, bei der Materialaufgabe, beim Materialaufschluss, in der Korngrößenverteilung oder Klassierung liegen. Auch Feuchte, Anhaftungen, ungeeignete Trennverfahren, Übergaben und Rückführungen können die Gesamtleistung begrenzen.
Für eine belastbare Optimierung wird die gesamte Prozesskette betrachtet:
Material → Aufgabe → Aufschluss → Klassierung → Trennung → Austrag → Produkt und Nebenfraktionen
Wer die Stoffströme verfolgt und die Eingangsbedingungen jeder Prozessstufe kennt, kann Leistungsabweichungen gezielter lokalisieren und Maßnahmen dort ansetzen, wo sie tatsächlich wirken.
Die entscheidende Frage bei der Fehlerbehebung lautet: Welche Prozessbedingung verhindert, dass die Gesamtanlage ihre gewünschte Leistung erreicht?
Häufige Fragen zur Optimierung von Recyclinganlagen
Warum erreicht eine Recyclinganlage nicht die gewünschte Reinheit?
Die Ursache liegt oft bereits vor der eigentlichen Trennung. Materialaufgabe, Aufschluss, Korngrößenverteilung, Klassierung, Feuchte und Materialverteilung bestimmen wesentlich, unter welchen Bedingungen die Trennstufe arbeiten kann.
Warum kann der nutzbare Durchsatz trotz höherer Materialaufgabe sinken?
Eine höhere Aufgabe kann die Materialschicht verdichten oder die Verteilung verschlechtern. Dadurch können Reinheit und Rückgewinnung sinken. Entscheidend ist deshalb der dauerhaft nutzbare Durchsatz bei den geforderten Qualitätswerten.
Welche Rolle spielt die Zerkleinerung?
Die Zerkleinerung soll Materialverbunde gezielt aufschließen und eine geeignete Partikelstruktur erzeugen. Eine stärkere Zerkleinerung ist nicht automatisch besser, da zu viel Feinkorn nachfolgende Trennprozesse erschweren kann.
Warum ist die Klassierung wichtig?
Sie kann unterschiedliche Korngrößenbereiche voneinander trennen und dadurch definierte Bedingungen für nachfolgende Trennverfahren schaffen. Der geeignete Trennschnitt hängt vom Material und vom jeweiligen Verfahren ab.
Was ist der Unterschied zwischen Reinheit und Rückgewinnung?
Reinheit beschreibt den Anteil des gewünschten Materials in einer Produktfraktion. Rückgewinnung beschreibt, welcher Anteil des insgesamt vorhandenen Zielmaterials tatsächlich in dieser Fraktion landet. Eine hohe Reinheit kann deshalb mit einer geringeren Rückgewinnung verbunden sein.
Wann ist eine verfahrenstechnische Analyse sinnvoll?
Insbesondere bei schwankender Produktqualität, steigenden Rückführmengen, unzureichendem Durchsatz oder verändertem Eingangsmaterial. Auch vor einer Neuinvestition hilft eine Untersuchung des tatsächlichen Materialstroms dabei, das Anlagenkonzept belastbarer auszulegen.
Können Leistungsdaten verschiedener Recyclinganlagen direkt verglichen werden?
Nur bei vergleichbaren Randbedingungen. Materialzusammensetzung, Feuchte, Korngröße, Verschmutzung, Durchsatz, Zielreinheit, Rückgewinnung und Anlagenkonfiguration beeinflussen die erreichbare Leistung erheblich.
TRENNSO TECHNIK® entwickelt Maschinen, Module und kundenspezifische Anlagen für Trenn-, Sortier- und Aufbereitungsprozesse – von Zerkleinerungs-, Sieb-, Dichte-, Wind-, Magnet- und Wirbelstromtechnik bis zur passenden Förder- und Dosiertechnik und zu kompletten Recyclinganlagen einschließlich Engineering.
TRENNSO TECHNIK® ist ein familiengeführtes Unternehmen mit Sitz in Weißenhorn, gegründet 1988. Als international tätiger Spezialist für Verfahrenstechnik, Maschinen und Anlagenbau entwickelt, produziert und installiert TRENNSO TECHNIK® maßgeschneiderte Lösungen für die Bereiche Recycling & Rohstoffe sowie Lebensmittel.
Das Leistungsspektrum reicht von Einzelmaschinen und Modulen bis hin zu kompletten, schlüsselfertigen Anlagen. Zum Einsatz kommen unter anderem Siebmaschinen, Trenntische, Windsichter, Magnet- und Mühlentechnik sowie Dosier- und Fördertechnik, exakt ausgelegt auf Materialeigenschaften, Prozessanforderungen und die Zielsetzungen der Kunden.
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