Seit über einem Vierteljahrhundert setzt die kreisfreie Stadt Neumünster auf die Softwarelösungen der Lämmerzahl GmbH. Was im Oktober 2000 mit der Suche nach einer zukunftssicheren Gesamtlösung begann, bildet heute die zentrale technische Basis für den gesamten Sozial- und Jugendbereich der Stadt.

Im Dezernat III wickeln drei Fachdienste sämtliche Leistungen der sozialen Sicherung und Jugendförderung über das vollintegrierte Fachverfahren LÄMMkom LISSA ab – bei einem jährlichen Bruttoauszahlungsvolumen von über 154 Millionen Euro.

AUSGANGSLAGE: VON FRAGMENTIERTEN SYSTEMEN ZUR INTEGRIERTEN GESAMTARCHITEKTUR

Neumünster bildet als kreisfreie Stadt und Oberzentrum mit gut 80.000 Einwohnerinnen und Einwohnern einen zentralen Knotenpunkt in Schleswig-Holstein. Durch diesen Status fallen sämtliche Aufgaben der Kreis- und Gemeindeebene in die Zuständigkeit der Stadtverwaltung.

Um die Jahrtausendwende war der behördliche Alltag durch isolierte Insellösungen geprägt: Während das Sozialamt auf EDV-Eigenentwicklungen zurückgriff, nutzte das Jugendamt für Unterhaltsvorschuss und Beistandschaften das Verfahren RECOS14. Andere Arbeitsbereiche agierten gänzlich ohne softwareseitige Unterstützung.

„Diese fragmentierte Systemlandschaft führte zu zeitraubenden Mehrfacherfassungen identischer Personendaten, erheblichem Abstimmungsaufwand zwischen den Dienststellen sowie fehleranfälligen manuellen Berechnungen, deren Ergebnisse anschließend in separate Zahlprogramme übertragen werden mussten“, erinnert sich Stefan Rosenkranz (Fachdienst -03- Dezentrale Steuerungsunterstützung, Abteilung EDV-Koordination und Systembetreuung der Stadt Neumünster).

Im Zuge umfassender gesetzlicher Änderungen zum Jahreswechsel 2001 sowie gestiegener Anforderungen an das Fachcontrolling stießen die internen Eigenentwicklungen an ihre Grenzen. Die Stadt nutzte diesen Umbruch für eine strategische Neuausrichtung. Das entscheidende Kriterium bei der Vergabe war eine vollintegrierte Standardsoftware, die alle Arbeitsbereiche des Sozial- und Jugendamtes in einem System mit verknüpftem Datenbestand vereint. Die Wahl fiel auf LÄMMkom (das Vorgängersystem von LÄMMkom LISSA), welches diesen ganzheitlichen Ansatz bot und der Verwaltung zugleich die Flexibilität einräumte, Strukturen für Stamm- und Berechnungsdaten eigenständig aufzubauen. Die Implementierung erfolgte in einem sehr engen Zeitrahmen: Von der Auftragsvergabe im Herbst 2000 bis zum produktiven Echtbetrieb vergingen lediglich sechs Wochen.

FUNKTIONSUMFANG UND ANWENDUNGSBEREICHE IM DEZERNAT III

Heute arbeiten bis zu 300 Beschäftigte mit mehr als 150 Concurrent-User-Lizenzen täglich mit LÄMMkom LISSA. Durch eine schrittweise Einführung wurde eine lückenlose Gesamtabdeckung der Fachbereiche erreicht.

Im Bereich der Sozialen Sicherung umfasst das System die Fallbearbeitung und das Fallmanagement nach SGB XII, AsylbLG, Wohngeld sowie Eingliederungshilfe und Teilhabe nach dem SGB IX.

Ebenso bildet das Verfahren das gesamte Spektrum der Kinder- und Jugendhilfe nach SGB VIII ab – von der wirtschaftlichen Jugendhilfe über das sozialpädagogische Fallmanagement und den Pflegekinderdienst bis hin zu Vormundschaften, Beistandschaften und dem Unterhaltsvorschuss, der durch das Berechnungsmodul UH-Lex ergänzt wird.

Auch in der Kindertagesförderung (KiTaG) steuert die Software die Beitragsberechnungen der Eltern, den Sozialstaffelausgleich an freie Träger sowie die Betreuungsvergütungen und Versicherungszuschüsse für Tagespflegepersonen.

SYSTEMINTEGRATION UND MEDIENBRUCHFREIE PROZESSE

Ein wesentlicher Vorteil der Architektur von LÄMMkom LISSA ist die tiefe Einbettung in die kommunale IT- und E-Government-Landschaft. Im Sinne des Onlinezugangsgesetzes (OZG) fließen digitale Bürgeranträge über den LÄMMkom ANTRAGSMANAGER und standardisierte EfA-Onlineschnittstellen für Wohngeld und Unterhaltsvorschuss direkt und strukturiert in das Fachverfahren ein.

„Dadurch vermeiden wir die manuelle Nacherfassung von Daten und reduzieren Fehlerquellen an der Schnittstelle zwischen Bürger und Verwaltung erheblich“, betont Stefan Rosenkranz.

Schnittstellen zum Meldewesen (XMeld) und zum Ausländerzentralregister (AZR) machen die Nacherfassung von Personendaten überflüssig, während automatisierte Datenabgleiche und Rentenauskunftsverfahren die Sachbearbeitung entlasten.

Die Erstellung rechtskonformer Bescheide erfolgt über das Modul LÄMMkom DOKUMENTE direkt aus dem Fachkontext. Die Integration in das städtische Dokumenten-Management-System (enaio) gewährleistet eine medienbruchfreie Archivierung. Für moderne, bargeldlose Transferleistungen sorgen zudem direkte Anbindungen an die Bezahlkarte Socialcard sowie an das Bildungskartensystem Pluxee.

Bei komplexen Rechtsfragen greifen die Teams im Wohngeld- und Sozialhilfebereich unmittelbar auf das integrierte Fachportal eGovPraxis zu.

ORGANISATION: ZENTRALE SYSTEMADMINISTRATION ALS STEUERUNGSELEMENT

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor in Neumünster ist die gewählte Betreuungsorganisation: Anstelle dezentraler Systembetreuerinnen und -betreuer in den einzelnen Ämtern bündelt eine fünfköpfige Abteilung eines Fachdienstes die gesamte Administration von LÄMMkom LISSA. Dieses Team ist exklusiv für Serviceleistungen, Fachcontrolling und Fachplanung zuständig und fungiert als First-Level-Support sowie als Schnittstelle zu den zentralen IT-Diensten der Stadt.

Mit dem Auswertungsmodul LÄMMkom ANALYSE liefert das Team fundierte Falldaten und Kennzahlen auf Knopfdruck an die Amtsleitungen und die politische Führung. Gleichzeitig wird die Sachbearbeitung im Tagesgeschäft spürbar entlastet, da globale Monatsverarbeitungen, gesetzliche Massennachberechnungen und zentrale Seriendrucke vollständig zentral gesteuert werden.

RESÜMEE UND PERSPEKTIVEN DER DIGITALISIERUNG

Durch das integrierte Verfahren profitiert die Stadtverwaltung von einer konsistenten Datenbasis: Personenbezogene Informationen sind zentral hinterlegt und in allen verknüpften Fällen stets aktuell. Stammdatenänderungen lassen sich global nachberechnen, während Standardautomatiken den Routineaufwand minimieren.

Im Rahmen der fortschreitenden Verwaltungsdigitalisierung blickt die Stadt Neumünster bereits auf die nächsten Meilensteine. Neben dem kontinuierlichen Ausbau weiterer Schnittstellen und der gezielten Einbindung KI-unterstützter Prozesse steht insbesondere der Umstieg auf die webbasierte Generation von LÄMMkom LISSA im Fokus.

„Über die vielen Jahre der guten Zusammenarbeit hat sich ein Vertrauensverhältnis auf Augenhöhe aufgebaut“, resümiert Stefan Rosenkranz mit Blick auf die Partnerschaft mit der Lämmerzahl GmbH.

Über die LÄMMERZAHL GmbH

Die Lämmerzahl GmbH ist einer der führenden Entwickler und Betreiber von Software für das gesamte Spektrum der Sozialgesetzgebung. Das Unternehmen mit Sitz in Dortmund hat sich auf Softwarelösungen für die öffentliche Verwaltung spezialisiert und ist insbesondere für sein Fachverfahren LÄMMkom LISSA im Bereich der Sozialverwaltung bekannt.

LÄMMkom LISSA kommt in zahlreichen Behörden und Ämtern verschiedener Landkreise im gesamten Bundesgebiet zum Einsatz – unter anderem in den Landeshauptstädten München, Stuttgart und Schwerin sowie im Landesamt für Soziales, Jugend und Gesundheit Sachsen-Anhalt für deren Landeslösung. Darüber hinaus wird die Software in Städten und Regionen wie Essen, Wolfsburg, der Städteregion Aachen, Freiburg oder Karlsruhe genutzt.

Das Fachverfahren vereint die Bereiche SGB II (Grundsicherunggeld), SGB IX (Rehabilitation und Teilhabe), SGB XII (Sozialhilfe), SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe), AsylbLG (Asylbewerberleistungen), WoGG (Wohngeld) sowie angrenzende Rechtsbereiche in einer kompakten Lösung. Es verfügt zudem über wesentliche Schnittstellen zum Einwohnermeldewesen, Finanzwesen, Rentenauskunftsverfahren, zu Dokumentenmanagementsystemen und vielen weiteren Systemen. Konkret unterstützt LÄMMkom LISSA die Mitarbeitenden in Behörden und Ämtern bei der individuellen Fallbearbeitung und Leistungsabrechnung.
Im Team der LÄMMERZAHL GmbH besteht durch die mehr als 35-jährige aktive Entwicklungsarbeit ein hohes fachliches und technisches Know-how. Der Fokus liegt auf der Erstellung verlässlicher, stabiler, leistungsstarker und zukunftssicherer Produkte ohne Schnittstellenverluste.

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