Der Eisenbahnverkehr auf der Strecke China-Europa-China spielt eine immer wichtigere Rolle bei der Entwicklung einer der wichtigsten Wirtschafts- und Transportwege namens „One Belt, One Road”. Bis vor kurzem entschieden sich noch die Spediteure in 90 % der Fälle für den Seetransport und betrachteten diesen als die kostengünstigste Lösung. Derzeit ist die Bahn führend. Der Leiter der China-Abteilung bei AsstrA-Associated Traffic AG, Dmitrij Pokhodenko, spricht über die Nuancen des Schienenverkehrs und die Perspektiven für dessen Weiterentwicklung.

Nach Angaben der weißrussischen Eisenbahn ist die Anzahl der Transitzüge, die im Jahr 2017 von Weißrussland aus China nach Europa kamen, im Vergleich zum Jahr 2016, um 60 % gestiegen. Was war Ihrer Meinung nach für den Anstieg des Schienenverkehrs ausschlaggebend?

Erwähnenswert ist, dass die Entwicklung der Landwege an der Seidenstraße eine Initiative der chinesischen Staatsbehörden ist, was im Hinblick auf das System der chinesischen Planwirtschaft von besonderer Bedeutung ist. Die Zunahme des Schienenverkehrs von China nach Europa ist auch mit der intensiven Wiederauffüllung von Defiziten im Bereich der Transport- und Logistikeinrichtungen verbunden und hängt zudem mit Subventionen für Eisenbahnunternehmen zusammen, die in europäischen Destinationen tätig sind. Dies gilt auch für Investitionen in die Entwicklung der Eisenbahninfrastruktur von Ländern, durch die die Neue Seidenstraße verläuft, zum Beispiel Russland, Kasachstan, Weißrussland oder Polen. Laut den Plänen des Staatsrates der Volksrepublik China werden bis 2020 mehr als 5.000 Züge zwischen China und Europa jährlich unterwegs sein. Lokale Behörden maximieren auch ihre Ressourcen, um das anvisierte Ziel zu erreichen. Immer mehr Bahnhöfe fertigen Züge nach Europa und in die GUS-Staaten ab. Bislang wurden bereits regelmäßige Verbindungen mit mehr als 35 Städten in 12 Ländern hergestellt.


Die Seidenstraße auf Schiene ist eine Initiative Chinas und China unterstützt auch dieses Projekt am meisten. Ohne chinesische Subventionen und Transportaufträge würde sich der Schienenverkehr von China nach Europa im derzeitigen Tempo kaum entwickeln können.

Das heißt also, dass AsstrA jetzt mit dem Strom fließt und Kunden die Schienentransporte im gleichen Umfang wie die Seetransporte anbietet?

Schienentransporte sind ein allgemeiner Begriff. Es ist hervorzuheben, welche Art von Transport gemeint ist: Transport in Containern, Waggons oder Transport mit Eilzügen. Ausschlaggebend sind dabei die Transportgeographie und die Art der Ladung.

Wenn es um Container geht, ist der Prozess entsprechend geregelt und die Waren werden regelmäßig versendet. Im Vergleich zur Seefracht sind in diesem Fall sowohl die Preise, als auch die Fristen für den Kunden optimal. In der Regel kommen 40-Fuß-Container und seltener 20-Fuß-Container zum Einsatz. Wenn man sich für einen 20-Fuß-Container entscheidet, dann müssen mindestens zwei Tanks verwendet werden. Die Art der Ladung spielt keine Rolle. Bei Gütern, die eine entsprechende Temperatur benötigen, gibt es zwei Containertypen, wobei manche von ihnen von Elektro- und andere von Dieselmotoren angetrieben werden. Wenn der Container mit einem elektronischen Motor ausgestattet ist, ist es möglich, sogar einen Container zu transportieren, im Fall von Diesel werden mindestens 6 Container benötigt. Einige Schwierigkeiten treten dabei auf, weil sehr wenige Kunden garantieren können, dass sie eine Ladung sammeln, die in 6 Behältern untergebracht ist.

Neben Vollcontainern führen wir auch Stückguttransporte durch. ADR-Güter werden für den Schienenverkehr nicht akzeptiert, ebenso wie Güter, deren fester Bestandteil von einer Gefahrenklasse erfasst ist, wie z. B. Lithiumbatterien. Dieses Verbot ist auf Zünd- und Explosionsgefahren beim Beladen, Warten auf den Warenversand oder beim Arbeiten mit dem Schienenfahrzeugbestand zurückzuführen.

Die Waggons werden auf zwei Hauptstrecken transportiert: Nordroute (Anm. d. Red. über Sabaikalsk) und Südroute (Anm. d. Red. über Kasachstan). Meiner Ansicht nach sind Eisenbahntransporte nach Europa nicht rentabel. Der Schienenverkehr funktioniert gut in Gebieten wie Kasachstan, Zentralasien, Ural und der Region Moskau.

Eilzüge wurden ursprünglich als Transportmittel für führende europäische Hersteller verwendet, deren Hauptproduktionsstandorte in China waren. In der Tat waren sie internationale private Eisenbahnlinien. Erst nach einiger Zeit kamen Massenzüge zum Vorschein.

Warum werden bestimmte Züge als Eilzüge bezeichnet? Ja nach Start- und Zielstation, zum Beispiel Chenzhou-Malaszewicze/Hamburg/Warschau beträgt die Lieferzeit vom Bahnhof zum Bahnhof 12-16 Tage. Wichtig ist, dass der Eilzug in den territorialen Teil des Landes gelangt, so dass man keine Zeit für das Handling der Güter im Hafen verschwendet.

Es gibt allerdings einige Nuancen, die mit Eilzügen verbunden sind. Alle Bahnhöfe in China, von denen Eilzüge abfahren, unterscheiden sich nicht nur im Hinblick auf den Fahrplan, sondern auch auf die Kosten. Dies spiegelt genau den „chinesischen Charakter“ des Geschäfts wider: Es gibt keinen Einheitspreis. Bei verschiedenen Anbietern kann der Preis für die gleiche Dienstleistung um das 1,5- bis 2-fache schwanken.

Es hat den Anschein, dass Eilzüge gegen Container und Waggons eindeutig gewinnen. Ist dies eine perfekte Lösung?

Das ist kein Angebot für alle. Eilzüge sind teurer als der Seetransport, aber günstiger als Luftfahrttransporte. Wir bieten beschleunigten Zugverkehr für Kunden, denen das Kapital wichtig ist und die sich keine Ausfallzeiten oder lange Lieferzeiten leisten können.

Stellen wir uns eine Situation vor, in der wir viele der neuesten iPhone-Modelle für den Weihnachtsverkauf liefern müssen. Die Waren unseres Kunden sind schon lange ausgeliefert und ausverkauft, und die Fracht der Konkurrenz driftet immer noch irgendwo auf dem Meer. Selbst ein Tag der Verspätung kann sehr kostspielig sein. Das Geschäft ist so strukturiert, dass sich Geld ständig in Bewegung befinden muss. Wir unterstützen unsere Kunden, indem wir ihnen alternative Lösungen anbieten. Wenn der Auftraggeber einen billigeren Transport als der Lufttransport und einen schnelleren Transport als der Seetransport erwartet, werden sich Eilzüge als goldene Mitte erweisen.

Über die AsstrA Deutschland GmbH

AsstrA ist Ihr professioneller Begleiter in der Welt der Logistik. Wir bieten Ihnen umfassende Transport- und Logistiklösungen für Kunden aus vielen Branchen an, wobei wir uns auf die Bedürfnisse und Prioritäten der einzelnen Kunden konzentrieren:

– Warentransport
– Import und Export
– Zolldienstleistungen
– Lagerung
– Transportversicherungen
– Projektpolitik
– Handelsdienstleistungen

Unser hochqualifiziertes Personal entwickelt optimale Logistiklösungen anhand kundenspezifischer Anforderungen. Mit einem großen Netz von Niederlassungen und der Zusammenarbeit mit Profis sind wir immer mit Ihnen und Ihren Partnern vor Ort.

AsstrA hat Niederlassungen in 18 Ländern in Europa, Asien und den GUS-Ländern: in Italien, Spanien, Österreich, Belgien, Deutschland, Tschechien, Rumänien, Polen, Weißrussland, Litauen, Russland, der Ukraine, Kasachstan, Aserbaidschan, der Türkei, China und dem Iran. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Zürich (Schweiz). Dank dem umfangreichen Netzwerk unserer Vertretungen, kann unsere Firma über Ihr nächstes Büro in einem der oben genannten Länder kontaktiert werden.

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