Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat ein Impulspapier zum digitalen Wandel in den Wissenschaften veröffentlicht. Darin beschreibt sie in prägnanter Form die Auswirkungen und Herausforderungen des digitalen Wandels in den Wissenschaften sowie Handlungsfelder für die DFG als zentrale Selbstverwaltungs- und Förderorganisation der Wissenschaft in Deutschland. „Das Papier führt eine große Breite an Impulsen zusammen und wird uns in den kommenden Jahren als Kompass dienen. Die Erkenntnisse und Empfehlungen werden in die Entwicklung neuer Förderangebote ebenso einfließen wie bei der Gestaltung der besten Rahmenbedingungen für die Forschung durch die DFG“, sagt DFG-Präsidentin Professorin Dr. Katja Becker anlässlich der Veröffentlichung und betont: „Die Chancen des digitalen Wandels sind für die Weiterentwicklung der Wissenschaften von zentraler Bedeutung, sodass sie sich in ihrem eigenen Interesse aktiv für die Bewältigung der damit verbundenen Herausforderungen einsetzen sollten.“

Auf Anregung ihres Senats hat sich die DFG in den vergangenen drei Jahren intensiv mit dem Thema unter Beteiligung zahlreicher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie einer Expertenkommission auseinandergesetzt. Diese Ergebnisse sind im nun vorliegenden Impulspapier zusammengefasst. „Die DFG hat einen umfassenden Diskussionsprozess zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern innerhalb der Disziplinen und über Fächergrenzen hinweg ermöglicht. Die Ergebnisse versetzen uns in die Lage, die entscheidende Bedeutung digitaler Technologien besser einschätzen und die Interessen der Wissenschaften noch zielgerichteter vertreten zu können“, sagt Katja Becker.


Im Forschungsalltag vieler Fächer ist der Umgang mit Forschungsdaten und Forschungssoftware nicht mehr wegzudenken. Das Impulspapier macht sehr deutlich, dass Daten und Software unbedingt als zusammengehörig verstanden werden müssen. Denn einerseits müssen die Daten für wissenschaftliche Zwecke qualitätsgesichert sein, andererseits können die umfangreichen Datenbestände häufig nur noch mit Software ausgewertet werden; diese Auswertung muss aber aus wissenschaftlicher Perspektive nachvollziehbar bleiben. Deshalb sollen künftig die Qualitätssicherung digitaler Methoden und die Förderung digitaler Expertise noch stärker in den Blick genommen werden.

Zu den zentralen Charakteristika des digitalen Wandels in den Wissenschaften zählt, dass in nahezu allen wissenschaftlichen Disziplinen die Beherrschung digitaler Methoden immer wichtiger wird. Entscheidende Erfolge beruhen darauf, dass die hierfür notwendige digitale Expertise vorhanden ist und mit dem disziplinspezifischen Fachwissen kombiniert wird. Das Besondere der derzeitigen Entwicklung ist, dass dies in sehr ähnlicher Weise und gleichzeitig in nahezu allen Fächern zu beobachten ist. Wichtigstes Beispiel dafür ist die große Bedeutung selbstlernender Algorithmen (Machine Learning) für die verschiedensten Forschungsgebiete.

Die Auswirkungen des digitalen Wandels sind sehr weitreichend und betreffen auch ethische Belange, das Verhältnis der Fächer zueinander sowie die Aus- und Weiterbildung wissenschaftlichen Personals. Eine weitere Herausforderung liegt im Zugang zu Daten und Software, sodass geeignete digitale Infrastrukturen für die Wissenschaften mit geklärten rechtlichen Nutzungsbedingungen notwendig sind. Damit gehen finanzielle, rechtliche und auch ökologische Fragen einher, die zu klären sind.

Die im Papier genannten Handlungsfelder knüpfen an viele Aktivitäten in der DFG selbst an, aber auch an den gemeinsamen Einsatz für eine Stärkung digitaler Infrastrukturen mit den Partnern der Allianz der Wissenschaftsorganisationen. Ein wichtiger Aspekt ist die konsequente Weiterentwicklung der Förderformate und -angebote der DFG, um den Wissenschaften verbesserte Rahmenbedingungen für die Nutzung und Weiterentwicklung digitaler Technologien zur Verfügung zu stellen. Konkret im Impulspapier genannt sind hier die Schärfung der Anforderungen an das Datenmanagement in geförderten Forschungsprojekten, genauso wie jene an den Umgang mit Software. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der ethisch verantwortliche Umgang sowohl mit Daten als auch mit Software. Damit Technologien im Sinn der erkenntnisorientierten Forschung ihr Potenzial weiter entfalten können, ist neben passenden Förderangeboten daher auch die Reflexion über den Einsatz und die Auswirkungen digitaler Technologien nötig.

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