Im polnischen MAN-Werk in Starachowice ist Anfang Oktober die Serienproduktion für batterieelektrische Stadtbusse erfolgreich angelaufen. Los geht es mit dem Lion’s City E in der 12-Meter-Soloversion, die ersten Kundenfahrzeuge rollen nun für die Verkehrsbetriebe Hamburg Holstein (VHH) vom Band. Der vollelektrische Lion’s City E als Gelenkbus folgt rund sechs Monate später und soll im 1. Halbjahr 2021 in Serie gehen.

  • Serienproduktion des Lion’s City 12 E erfolgreich angelaufen, vollelektrischer Gelenkbus folgt im 1. Halbjahr 2021
  • Lion’s City E wird vollständig in bestehende Stadtbus-produktion im polnischen Werk in Starachowice integriert
  • Umfangreicher Test- und Erprobungszyklus gemeistert: MAN-Elektrobus ist reif für die Serie

Europa elektrisieren: Das schafft der MAN Lion’s City E. Tag für Tag zeigt der vollelektrische Stadtbus, was in ihm steckt und begeistert Busunternehmer, Busfahrer und Experten gleichermaßen. Seit der Übergabe der ersten beiden Fahrzeuge Ende 2019 für den Alltagseinsatz in Hamburg rollt die MAN eBus Demoflotte über Europas Straßen – mit intensiven Feldversuchen im Linienbetrieb und zahlreichen Stationen bei Kunden, unter anderem in Deutschland, Spanien, Belgien, Niederlande oder Frankreich. Mit dem erfolgreichen Start der Serienproduktion Anfang Oktober fahren die Elektrobusse jetzt auch serienmäßig vom Band. Produziert wir der Lion’s City E dabei im polnischen MAN Werk in Starachowice – im ersten Serienanlauf in der 12-Meter-Soloversion, der Elektro-Gelenkbus Lion’s City 18 E startet rund ein halbes Jahr später.


"Ich freue mich sehr, dass wir den innovativen und mehrfach prämierten Lion’s City E jetzt in Serie anbieten können. Der Start der Serienfertigung ist für MAN Truck & Bus und für den Standort in Starachowice ein wichtiger Meilenstein auf der eMobility Roadmap. Wir erweitern damit unser Produktionsportfolio und gehen konsequent einen weiteren Schritt in Richtung nachhaltige Mobilität", sagt Michael Kobriger, Vorstand Produktion & Logistik bei MAN Truck & Bus sowie Board Mentor für den Geschäftsbereich Bus. In den letzten Jahren hat das Unternehmen mit großer Sorgfalt die Busproduktion und seine Mitarbeiter auf die Anforderungen der Elektromobilität vorbereitet. "Meine Anerkennung für den Start des Serienanlaufs gilt dem kompletten Team, welches unermüdlich und über Ressorts hinweg daran gearbeitet hat, einen zuverlässigen Elektrobus zu entwickeln und erfolgreich in die Produktion zu integrieren", so Kobriger.

Flexible Busproduktion: eBus wird vollständig bestehende Produktion integriert

Der vollelektrische MAN Lion’s City E wird im Produktionsablauf flexibel mit den weiteren Modellen der neuen Stadtbusgeneration auf einem Band und ohne Überbrückungen gebaut. Damit die Produktion vollständig integriert stattfinden kann, waren vielfältige Anstrengungen nötig. Denn allein der Rohbau des Elektrobusses unterscheidet sich um etwa 30 bis 40 Prozent von seinem konventionellen Pendant. Hinzu kommen der elektrische Antriebsstrang, die Batterien und weitere Hochvolt-Komponenten. In der Vorbereitung der Produktion in Starachowice mussten Anlagen neu angeschafft oder erweitert, Prozesse neu gedacht und rund 3.500 Mitarbeiter intensiv geschult werden. Alles für ein übergeordnetes Ziel: Pünktlich zum vierten Quartal 2020 sollte die integrierte Serienfertigung des Lion’s City 12 E starten – und zwar vollständig auf einer Produktionslinie zusammen mit den konventionellen Stadtbustypen. Mit Erfolg! Die ersten vollelektrischen Solofahrzeuge aus Kundenbestellungen rollen nun in Serie vom Band. Bis Jahresende sollen 17 neue Elektrobusse an die Verkehrsbetriebe Hamburg- Holstein (VHH) übergeben werden. Für MAN ist dies die erste große Kundenauslieferung im Rahmen einer Ausschreibung. Neben Hamburg setzen weitere Städte auf den Lion’s City E und haben Elektrobusse für den emissionsfreien Einsatz im ÖPNV bestellt. Ein weiterer Auftrag kommt unter anderem aus Malmö in Schweden: Nobina Sverige AB, Skandinaviens größter Busbetreiber, hat 22 MAN Lion’s City E geordert. Die Einwohner in und um Malmö können sich bereits heute auf die leisen und sauberen Fahrzeuge aus der Serienproduktion in Starachowice freuen.

Intensiv erprobt und reif für die Serie

Die Ingenieure aus der MAN-Entwicklung haben keine Anstrengung ausgelassen, damit der Lion’s City E auch reibungslos in die Betriebsabläufe bei Kunden integriert werden kann. So fahren MAN Trucks und Busse unter anderem seit mehr als 30 Jahren zur Wintererprobung nach Nordschweden. Natürlich zeigte auch der neue Elektrobus bei eisigen Temperaturen am Polarkreis von minus 30 Grad und kälter erfolgreich seine Stärken. Auf dem umfangreichen Test- und Erprobungszyklus stand zudem ein Ausflug in die Hitze der spanischen Sierra Nevada im letzten Sommer. Zusätzlich zur klassischen Winter- und Sommererprobung musste der Lion’s City E auch im Klimawindkanal die Extreme meistern, um so noch schneller und umfassender Erkenntnisse zu liefern. Selbstverständlich absolvierte er auch diese Prüfung mit Bravour.

Corona-bedingt ging es dieses Jahr nicht zur Erprobungsfahrt ins spanische Andalusien, der MAN-Busversuch zog um ins süddeutsche Freiburg und testete den Lion’s City E dort erneut auf Herz und Nieren. "Die Ergebnisse der Sommerprobung zeigen, dass unser Elektrobus bei wichtigen Themen wie Heizung und Klimatisierung die hoch gesteckten Zielvorgaben klar erfüllt. Zudem haben wir intensiv die Längsdynamik des Busses getestet, damit das Fahrzeug auch bei hohen Neigungs- und Leistungsanforderungen stets sicher und komfortabel unterwegs ist", sagt Jörg Junginger, Head of Engineering Bus Vehicle Testing und resümiert: "Wir können mit Stolz sagen, unser Lion’s City E ist reif für die Serie!" Das stellte der MAN-Elektrobus auch bei einem Kundentest im spanischen Badajoz unter Beweis. Bei herausfordernden Temperaturen von über 35 Grad absolvierte der Lion’s City E eine volle 16-Stunden-Schicht und legte dabei die Strecke von eindrucksvollen 284 km zurück. Die Ergebnisse sprechen für die Zuverlässigkeit des Fahrzeugs und übertreffen sogar die Aussagen des Unternehmens, bei denen MAN die Reichweite des Lion’s City E auf verlässlich 200 km und bis zu 270 km unter günstigen Bedingungen über die gesamte Lebensdauer der Batterien beziffert.

Über die Busfertigung bei MAN Bus Sp. z o. o.

Der polnische MAN-Standort Starachowice ist das Kompetenzzentrum für die Fertigung von Niederflur-Stadtbussen und Bus-Chassis. Im vergangenen Jahr wurden in dem Werk mehr als 2.300 Komplettbusse und rund 1.400 Bus-Chassis gefertigt. Auch in Zeiten der Corona-Pandemie läuft die Produktion dank eines stabilen Stadtbusmarktes weiter auf Hochtouren. Zur Sicherstellung der Produktqualität setzt MAN in Starachowice auf modernste Fertigungsanlagen und auf sehr gut ausgebildetes Fachpersonal. Das Werk verfügt über ein eigenes Schweißausbildungszentrum, sowie über umfangreich ausgestattete Mess- und Chemielabore – viele der zur Produktion benötigten Teile werden im Werk gefertigt. Als einziger Bushersteller in Polen besitzt MAN in Starachowice eine KTL-Anlage (Kathodische Tauchlackierung), die die höchsten Ansprüche an die Korrosionsbeständigkeit sowie Lackhaftungseigenschaften erfüllt. Alle in Starachowice gebauten Busse verlassen die Fabrik mit KTL-Beschichtung und sind somit optimal gegen Korrosion geschützt. In den letzten Jahren hat MAN die Modernisierung der Betriebsstätte weiter vorangerieben und dabei den Produktionsstandort sowie die Mitarbeiter konsequent und sorgfältig auf die Elektromobilität vorbereitet. Dies bildet eine wichtige Grundlage dafür, dass MAN Truck & Bus auch Elektrobusse in gewohnt hoher Qualität anbieten wird.

Über die MAN Truck & Bus AG

MAN Truck & Bus ist einer der führenden europäischen Nutzfahrzeughersteller und Anbieter von Transportlösungen mit jährlich rund 11 Milliarden Euro Umsatz (2019). Das Produktportfolio umfasst Transporter, Lkw, Busse, Diesel- und Gasmotoren sowie Dienstleistungen rund um Personenbeförderung und Gütertransport. MAN Truck & Bus ist ein Unternehmen der TRATON SE und beschäftigt weltweit mehr als 37 000 Mitarbeiter.

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