Wie man ein über Jahrzehnte gewachsenes Gebäudeensemble erweitert und dabei alte und neue Substanz spannend verbindet, zeigt das Resort Öschberghof. Eine zentrale Rolle spielt die Fassadenfarbigkeit.

Der Öschberghof ist beliebt. Das Fünf-Sterne-Resort in bester Lage am östlichen Rand des Schwarzwaldes bietet seinen Gästen nicht nur einen weitläufigen Golfplatz, sondern auch ein breites Wellness-Repertoire sowie professionelle Angebote für Business-Meetings. Um mit der Beliebtheit mithalten zu können, wurde der Öschberghof in den dreißig Jahren seines Bestehens immer wieder ergänzt. Entstanden ist so ein Gebäudeensemble, dessen Struktur baulich sowie organisatorisch mit jeder Erweiterung komplizierter wurde.

Immer notwendiger wurde daher eine grundlegende Revision des Standortes. An diese Aufgabe machte sich das Münchner Architekturbüro Allmann Sattler Wappner, entwickelte einen Masterplan samt Teilabrissen, Entkernung und Erweiterung des Bestandes sowie Neubau. Die Herausforderung dabei: der gesamte Umbau musste bei laufendem Betrieb erfolgen, weshalb die Umsetzung in mehreren Bauabschnitten erfolgte.

Bestand trifft auf Neubau

Alt und neu zu verknüpfen war ein wichtiges Planungsziel – bezüglich des Raumprogrammes, aber auch hinsichtlich der formalen Erscheinung der Gebäude. Deren Kubaturen orientieren sich am regional typischen Satteldachprinzip, allerdings übersetzt in eine moderne, schlichte Sprache. So gehen Fassaden und Dächer quasi ansatzlos ineinander über, was den Bauvolumen ein sehr reduziertes, monolithisches Äußeres verleiht. Diese Wirkung unterstützt die monochrome Farbgebung: ein metallisch wirkendes Dunkelgrau belegt Dach und Fassaden gleichermaßen.

Ein ähnliches Vorgehen prägt die gegenseitige Annäherung der Bestandsgebäude und Neubauten. Letztere zeigen sich mit einer hinterlüfteten Fassade aus unterschiedlich breiten, gefalteten und vertikal orientierten Metallpaneelen. Dort, wo die innere Fassade gläsern ist, zeigen die Paneele eine Lochstruktur, so dass am Tag natürliches Licht nach Innen gelangt. Nächtens wiederum läuft das Lichtspiel umgekehrt ab, die Hülle erscheint transparent. Für diese besondere Form der Vorhangfassade erhielt das Projekt übrigens die Hauptauszeichnung des Deutschen Fassadenpreises 2020.

Holz für den Bestand

Die Planer verzichteten darauf, die bestehenden und sanierten Gebäude mit der gleichen Lochblech-Vorhangfassade zu versehen. Aus Sicht einer homogenen und kompakten Anmutung wäre dieses Vorgehen eigentlich logisch gewesen. Doch das Konzept differenziert alte und neue Baukörper voneinander – zumindest auf den zweiten Blick. Aus der Distanz betrachtet, lässt die vereinheitlichte Kubatur und Farbigkeit den Eindruck eines konsistenten Ensembles entstehen. Bei Annäherung löst sich diese Einheitlichkeit zu einem gewissen Grade auf, denn dann wird erkennbar, dass bestimmte Fassaden aus Metall, andere aus vertikalen Holzpaneelen bestehen. Tatsächlich bleibt das Metall den Neubauten vorbehalten, während der Bestand sich über die Holzelemente definiert.

Angleichung durch Lasur

Dass sich alt und neu visuell so harmonisch verbinden, ist der vertikalen Ausrichtung der Paneele, ihrer ähnlichen Rhythmisierung sowie nicht zuletzt der Farbigkeit zu verdanken. Für die Beschichtung der Holzpaneele griff der Verarbeiter, ein regionales Holzbauunternehmen, auf die wasserverdünnbare Lasur Caparol SilverStyle zurück. Gefordert war seitens der Planer, dass die farbliche Erscheinung der Metall- und der Holzfassaden größtmögliche Übereinstimmung aufweisen. Farbspezialisten der Caparol-Labore gelang mittels intensiver Messreihen schließlich das Color-Matching – trotz der sehr unterschiedlichen und die Farberscheinung beeinflussenden Oberflächenstrukturen. In enger Abstimmung mit dem zuständigen Objektberater vor Ort, Heiko Maier, fiel die Wahl schließlich auf den Farbton Deepspace. Mit seinem metallischen Glanz nimmt das tiefe Grau Kontakt zu den Metallfassaden auf, wirkt erhabener als ein normal pigmentiertes Grau und passt damit ideal zum hochwertigen Charakter des Öschberghofes. „So kommt die Oberfläche besonders zur Geltung und unterstreicht den besonderen Anspruch des Resorts", freut sich Heiko Maier. „Und auch unser Anspruch, die Ideen der Kunden bestmöglich umzusetzen, konnten wir ideal erfüllen". Und weil die seidenmatte Beschichtung zum einen auf einer widerständigen Alkyd-Acryldispersion basiert, zum anderen dank spezieller Pigmente den kritischen UV-Anteil des Sonnenlichtes besonders effektiv reflektiert, bleibt die visuelle Erscheinung der Gebäude über sehr lange Zeit erhalten.

Bautafel:

Objekt:

Erweiterung Öschberghof, Donaueschingen

Bauherr:

Öschberghof GmbH, Donaueschingen

Architekt:

Allmann Sattler Wappner Architekten GmbH, München

Ausführung:

Hecht Bau Holzbau, Ravensburg

Caparol Außendienst:

Heiko Maier und Thomas Gleinser

Farbkonzept:

Capadur Silver Style im Farbton Deep Space

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