COBOL ist älter als die Zeit – zumindest sofern man von der Unixzeit ausgeht, die am 1. Januar 1970 begann. COBOL erschien bereits 1959, als noch nicht einmal der Begriff IT geläufig war. Warum ist diese Sprache trotzdem immer noch Thema in den IT-Abteilungen von heute? Martin Reusch, Director Application Modernization & Connectivity DACH geht dem Mysterium COBOL auf den Grund.

Eine Umfrage aus dem Jahr 2017 ergab, dass 84 Prozent der Teilnehmer COBOL als strategisch wichtig für ihr Unternehmen einstufen. Bei den Neuauflagen der Umfrage 2019/2020 und 2021 stieg dieser Wert auf 92 Prozent. Dieses Ergebnis zeigt, dass die Sprache immer noch eine enorme Relevanz besitzt, besonders bei einigen der größten Unternehmen der Welt.

Business im Zentrum

Neue bahnbrechende Technologien sind oft zunächst eine Domäne der Forschung und Wissenschaft und entsprechend komplex handzuhaben. Mit wachsender Beherrschbarkeit der Technologie kommt es irgendwann zu einer weiteren Verbreitung und Kommerzialisierung. Für die Computertechnologie war die Entwicklung von COBOL einer der Schlüsselmomente auf diesem Weg.

Die Programmiersprache wurde entwickelt, um einen spezifischen Bedarf der Wirtschaft zu decken. Auf einer Expertenkonferenz setzte sich schnell die Erkenntnis durch, dass die Komplexität der damaligen Technologie ein wesentlicher Hinderungsgrund für den Einsatz fortschrittlicher Datenanalysen in der Geschäftswelt war. Vor diesem Hintergrund wurde COBOL als vergleichsweise einfache Sprache für Geschäftsanwendungen entwickelt: Das B in COBOL steht für Business und das aus gutem Grund: COBOL eignet sich für die einfache Verwaltung und Bearbeitung numerischer Prozesse und zeichnet sich durch seine Datenzentriertheit aus.

Das Schweizer Messer der Programmiersprachen

Die meisten Menschen, denen man ein Schweizer Taschenmesser in die Hand drückt, werden intuitiv wissen, was mit den einzelnen Werkzeugen anzufangen ist. Ähnlich verhält es sich mit den COBOL-Befehlen, denn diese vermeiden Symbolismen und sind in einfachem Englisch gehalten. Das machte es auch für Computer-Neulinge – worunter zu Beginn der 60er Jahre fast jeder fiel – vergleichsweise leicht, die Sprache zu verstehen.

Wie ein gutes Messer sollte COBOL auch überall funktionieren und seinen Dienst tun. Aus heutiger Sicht, wo wir standardisierte IT-Umgebungen gewohnt sind, mutet das vielleicht nicht wie eine Herausforderung an – im Jahr 1959 war es aber definitiv eine, denn von Standardisierung konnte damals noch keine Rede sein. Der IBM-Mainframe war zwar weit verbreitet, aber bei weitem nicht das einzige System. Die Anforderung an COBOL war, auf allen Computern zu laufen. Ein Beispiel: Seitdem Micro Focus in den 70er Jahren damit begann, sich mit COBOL Compilern für Mikroprozessoren zu befassen, machte allein dieses Unternehmen die Sprache für über 500 Plattform-System-Kombinationen verfügbar.

COBOL und die Zukunft

Auch heute noch, im siebten Jahrzehnt der Nutzung, gibt es eine lebendige COBOL Community. Die Sprache ist ein essenzieller Bestandteil der IT-Umgebungen von Banken, Großkonzernen und anderen weltweit tätigen Unternehmen. Die Anwendungen existieren aber natürlich nicht im luftleeren Raum und die Welt um sie entwickelt sich rasant weiter. Das stellt viele Unternehmen vor die Frage, ob sie Anwendungen in einer anderen Sprache völlig neu aufsetzen oder den COBOL Code modernisieren sollen.

Tatsächlich spricht vieles für letzteres: In einer aktuellen Micro Focus Studie gaben 64 Prozent der Teilnehmer an, dass sie vorhaben, ihre COBOL-Anwendungen zu modernisieren. Dahinter steckt vermutlich in den meisten Fällen eine simple Kosten-Nutzen-Abwägung. Anwendungen in einer „moderneren“ Sprache komplett neuzuschreiben wäre schließlich ein immenser Aufwand, ohne dass dabei ein signifikanter Mehrwert für die üblicherweise in COBOL laufenden Prozesse erkennbar wäre. Daher erweist es sich als wesentlich pragmatischer, die bewährten Anwendungen zu modernisieren. Aus diesem Grund ist die Geschichte von COBOL noch lange nicht zu Ende erzählt.

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