Nicht mehr klimaschädliche Gase zu emittieren, als das Klimasystem schadensfrei aufnehmen kann – das fordert die EU bis 2050 mittels des Green Deals für ein klimaneutrales Europa. Deutschland möchte das Ziel bereits bis 2045 erreichen. Dass für das Erreichen der Klimaschutzziele der Leichtbau unabdingbar ist, konnten die Abgeordneten des baden-württembergischen Landtags beim parlamentarischen Nachmittag am 18. Mai 2022 gemeinsam mit der Leichtbau BW GmbH hautnah erleben. Dank Leichtbau können jährlich CO2-Emissionen von bis zu 36 Millionen Tonnen eingespart werden.

Extremwetterereignisse wie zuletzt etwa die Temperaturen bis zu 50 °C auf dem indischen Subkontinent stellen Mensch und Natur vor schwere Belastungsproben. Die Auswirkungen der Klimakrise werden täglich spürbarer, wie Dr. Wolfgang Seeliger, Geschäftsführer der Leichtbau BW GmbH, den parlamentarischen Nachmittag im Landtag mit drastischen Beispielen eröffnete. Ein ganzheitliches Umdenken von Industrie und Gesellschaft ist daher gefragt. Im Leichtbau gilt es dabei, nur so viel Material einzusetzen, wie tatsächlich benötigt wird. Die resultierende Gewichtseinsparung ist nicht nur gut für den Geldbeutel, sondern vor allem auch fürs Klima: Neben Herstellungs- und Betriebskosten können wertvolle Ressourcen gespart sowie CO2-Emissionen gesenkt werden. 

Leichtbau als Zukunftstechnologie

Dieses Potenzial veranschaulichte die Veranstaltung im Landtag den baden-württembergischen Abgeordneten des Wirtschafts- und Wissenschaftsausschusses und brachte ihnen aktuelle Schwerpunkthemen und Handlungsfelder der Landesagentur für Leichtbau näher. So lauschten die Abgeordneten an diesem Tag den Ausführungen zum enormen Potenzial des Leichtbaus für den Klimaschutz. Ob im klassischen Bauwesen, in der Automobilbranche, im Luft- und Raumfahrtsektor oder im Maschinenbau – Leichtbau denkt Produktkonzepte völlig neu und hinterfragt konventionelle Methoden des Engineerings.

Klimaschutz und Leichtbau gehen Hand in Hand

Die Chancen des Leichtbaus im Wettbewerb und für den Klimaschutz demonstrierten den Landtagsabgeordneten an diesem Nachmittag fünf Praxisbeispiele aus dem Netzwerk der Leichtbau BW GmbH. Die Exponate konnten vor Ort bestaunt werden, um das Konzept „Leichtbau“ greifbarer zu machen. Vor allem verdeutlichten sie jedoch den enormen Beitrag des Leichtbaus zum Klimaschutz: Auf Basis dieser zunächst nur wenigen Beispiele konnte ein jährliches CO2-Einsparpotenzial von bis zu 36 Millionen Tonnen dank Leichtbau ermittelt werden. Das entspricht zum Beispiel ungefähr dem jährlichen CO2-Ausstoß der Schweiz. „Die Zielsetzung ist es, Ökologie und Nachhaltigkeit nicht als Verzicht, sondern im Sinne der Effizienz zu verstehen. Bei der Umsetzung spielt die Leichtbau BW GmbH eine tragende Rolle für die Politik, um Vorschläge einzubringen“, fasst Prof. Dr. Erik Schweickert, MdL, den parlamentarischen Nachmittag zusammen.

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