"Welche Rolle spielt der Schrotthandel, wenn in Zukunft noch stärker als bisher auf den Einsatz von Schrott gesetzt wird?", diese Zukunftsfrage beschäftigt die Schrottbranche nach den Worten von Sebastian Will, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied beim bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung.

Im Rahmen des bvse-Branchenforums mit mehr als 150 Teilnehmern ging es im „Forum Schrott des bvse“ insbesondere um den von der Europäischen Union ein-geschlagenen Weg in eine in eine klimaneutrale Kreislaufwirtschaft.

Die deutschen Hüttenwerke versuchen daher, ihre Produktion klimaneutraler zu gestalten, was eine erhöhte Schrottnachfrage zur Folge haben wird. Denn CO2-Einsparungen sind durch nichts schneller und günstiger zu realisieren, als über den Schrotteinsatz.

Sebastian Will: "Dieser Weg ist unumkehrbar und der Transmissionsprozess schreitet voran. Wir nehmen jedoch bisher nur wahr, dass die Branchenunternehmen vor allem zunehmenden Dirigismus in der europäischen und deutschen Gesetzgebung unter dem Deckmantel des Umweltschutzes ausgesetzt sind. Auch dieser Herausforderung müssen und werden wir uns stellen!"

In seiner Begrüßungsrede machte Sebastian Will zudem deutlich, dass der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine seit Februar 2022 für die Schrottbranche vieles verändert und manche Entwicklungen verschärft hat. "Lieferketten wurden unterbrochen – Halbleiter und Kabelbäume waren einige der Schlagwörter – neue Lieferketten mussten aufgebaut und neue Rohstofflieferanten gefunden werden", führte er aus.

Das bvse-Präsidiumsmitglied stellte fest, dass der Ausstieg aus der fossilen Energienutzung in Deutschland durch den Krieg noch schneller vollzogen werde. Es sollte aber klar sein, dass die Energiebeschaffung und die Energiepreise die Schlüsselfaktoren für Wirtschaftswachstum und den politisch gewollten raschen Umbau zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft sind.

Dabei hat die Branche mit großen Problemen zu kämpfen. Schließlich ist deutsche Rohstahlproduktion 2022 im Vergleich zu 2021 um 8,4 Prozent bzw. 3,4 Mio. Tonnen auf rund 36,9 Mio. Tonnen gefallen. Entsprechend niedriger war der Schrotteinsatz. Im 2021 lag der Schrottverbrauch der Stahlwerke nach unseren Schätzungen bei knapp 18 Mio. Tonnen, im vergangenen Jahr nur noch bei 16,4 Mio. Tonnen.

Trotzdem konnte sich der Schrotthandel auch unter diesen Voraussetzungen behaupten. Im April 2022 erreichten die Schrotteinkaufspreise der deutschen Stahlwerke Spitzenwerte, da der Schrottbedarf im In- und Ausland hoch war. So ermöglichte das erste Halbjahr eine positive Unternehmensentwicklung und der NE-Metallschrottmarkt schaffte Ausgleichmöglichkeiten.

Die Energie-, Personal-, Fracht- und Verwaltungskosten sorgten jedoch für Sorgenfalten und auch die hohen krankheitsbedingten Ausfälle wegen Corona belasteten die Unternehmen in einem hohen Maße. Ab Juni 2022 begann die Stahlproduktion infolge nachlassender Nachfrage sowohl in Europa als auch bei unserem wichtigsten Schrottabnehmer der Türkei zu sinken.

"Was unsere Branche jedoch auszeichnet, ist ihre Flexibilität und ihr pragmatischer Umgang mit Herausforderungen. Davon wird es in nächster Zeit allerdings noch viele geben", betonte Sebastian Will abschließend.

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