Eine zügige Energiewende verlangt nach beschleunigten Zertifizierungsprozessen bei PV-Anlagen. Als Vermittler zwischen Entwicklern und Zertifizierungsstellen verkürzt das deutsche Greentech-Startup CarbonFreed den Freigabeprozess maßgeblich – auch mit Hilfe einer selbst entwickelten KI-Software. Das Solar-Start-up ENVIRIA hat den Service von Carbonfreed jetzt erstmals bei einem Großprojekt eingesetzt – mit sehr positivem Ergebnis.

Die Bundesregierung hat sich beim Ausbau der Solarenergie ambitionierte Ziele gesteckt. Damit diese erreicht werden können, müssen in den kommenden Jahren allerdings nicht nur mehr Anlagen installiert werden. Auch bei der Zertifizierung muss es deutlich schneller vorangehen.

Bürokratie bremst die Energiewende

Ab einer Leistung von 135 Kilowatt muss für jedes Solarprojekt ein Anlagenzertifikat (AZ) eingeholt werden, bevor der Netzanschluss erfolgen kann. Dafür muss nachgewiesen werden, dass die Anlage alle Anforderungen des Netzbetreibers einhält, um Netzstabilität und Systemsicherheit zu gewährleisten. Dieser Nachweis erfordert große Mengen technisch komplexer Informationen, die vom Projektentwickler bereitgestellt und von den Zertifizierungsstellen geprüft werden müssen.

Aktuell führt der Zertifizierungsprozess zu enormen Verzögerungen beim Solarausbau. So erklärt CarbonFreed-Gründer Marko Ibsch: „Die Zertifizierungsstellen bearbeiten bundesweit pro Jahr etwa 1.500 bis 2.000 größere Solaranlagen. Das entspricht einer Kapazität von 5 GW. Um unsere Ausbauziele zu erreichen, brauchen wir jedoch rund 10.000 Anlagen pro Jahr mit einer Kapazität von 15 Gigawatt.“

Mit KI zu schnelleren Prozessen

CarbonFreed hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Lücke zu schließen. Das Startup agiert als Vermittler zwischen Entwicklern und Zertifizierungsstellen. Es bereitet die notwendigen Formulare vor und unterzieht sie einer vorläufigen Prüfung, sodass die Zertifizierung in einem beschleunigten Verfahren vonstatten gehen kann. Seit Neuestem nutzt CarbonFreed dafür auch eine eigens entwickelte KI-Lösung. Der Algorithmus von „gridcert“ durchsucht große Datenmengen eigenständig nach relevanten Informationen und überlässt den menschlichen Mitarbeitenden lediglich die qualitative Auswertung dieser Daten.

Darüber hinaus übernimmt CarbonFreed einen Großteil der komplexen technischen Kommunikation zwischen den beteiligten Stakeholdern und vereinfacht das Verfahren damit zusätzlich. Auf diese Weise wird das Netzanschlussverfahren großer Solaranlagen von mehreren Monaten auf nur wenige Wochen verkürzt.

Der Praxistest mit ENVIRIA

Das Solar-Startup ENVIRIA, das auf ambitionierte PV-Projekte für Unternehmen spezialisiert ist, kooperiert nun erstmals mit CarbonFreed. Bei dem gemeinsamen Projekt handelt es sich um eine Anlage mit einer Leistung von 495,32kWp, die auf dem Gelände der Communications Test Design, Inc. (CTDI) im Baden-Württembergischen Malsch errichtet wurde.

Für den ersten Testlauf hat Matthias Lingg, Head of Engineering bei ENVIRIA, speziell einen ENVIRIA-Projektmanager eingesetzt, der erst wenig Erfahrung mit Anlagenzertifikaten vorweisen konnte. So sollte festgestellt werden, um wie viel einfacher die Zertifizierung durch die Kooperation mit CarbonFreed würde. „Das Ergebnis war beeindruckend,“ resümiert Lingg. „Der Kollege konnte die AZ in nur wenigen Wochen fertigstellen. Das ist ein großer Vorteil für uns, denn es bedeutet, dass die zuständigen Kollegen nicht mehr so viel Erfahrung mit dem Zertifizierungsprozess haben müssen, wie in der Vergangenheit. Und auch erfahrene Mitarbeiter können mit dem CarbonFreed-Prozess noch deutlich effizienter arbeiten."

Weitere Zusammenarbeit geplant

ENVIRIA verspricht seinen Kunden einen radikal vereinfachten Einstieg in die Solarenergie. Die neue Zusammenarbeit mit CarbonFreed hat das Potenzial, diesen Prozess nun noch schneller und nahtloser zu gestalten. Eine engere und längerfristige Zusammenarbeit mit weiteren Projekten und Schulungen ist daher bereits im Entstehen. Mit ihrer Fähigkeit, Solaranlagen schnell zu planen, umzusetzen, zu zertifizieren und ans Netz zu bringen, sind CarbonFreed und ENVIRIA bestens gerüstet, um die Energiewende in Deutschland zu beschleunigen.

Über CarbonFreed

CarbonFreed ist ein junges Greentec-Unternehmen aus Schleswig-Holstein. Das 2020 von Elektroingenieur Marko Ibsch gegründete Startup verkürzt mit der eigenentwickelten KI-gestützten Digital-Plattform „gridcert“ das Netzanschlussverfahren großer Photovoltaik-Anlagen von mehreren Monaten auf wenige Wochen und bringt so die Energiewende entscheidend voran. Seit der Gründung hat das CarbonFreed-Team mehr als 600 Anlagenzertifizierungen erfolgreich begleitet.

Weitere Informationen: https://www.carbonfreed.com  

 

Über die ENVIRIA Energy Holding GmbH

ENVIRIA ermöglicht einen radikal einfachen Umstieg auf Solarstrom und ist eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen auf dem europäischen Solarmarkt. Die skalierbaren Energy-as-a-Service-Lösungen von ENVIRIA erlauben es Unternehmen, auch ohne eigene Investitionen auf erneuerbare Energien umzusteigen. Dabei deckt das Startup die gesamte solare Wertschöpfungskette ab und übernimmt für seine Kunden sowohl die Planung, die Installation und den Betrieb neuer Photovoltaik-Anlagen als auch die Integration von Ladestationen und Energiespeichern. So fördert ENVIRIA die Beteiligung von Unternehmen an der Energiewende und unterstützt die Demokratisierung der Stromerzeugung.
Bis heute hat ENVIRIA mehr als 200 kommerzielle Projekte mit einer installierten Leistung von über 70 MW entwickelt. Allein im Jahr 2022 wurden so mehr als 41.000 Tonnen CO2- Emissionen eingespart. ENVIRIA wurde 2022 in die „SET100-Liste“ der weltweit 100 besten Startups im Energiesektor aufgenommen und 2021 mit dem Hessischen Gründerpreis für „Social Impact“ ausgezeichnet.
www.enviria.energy

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