Dezentral, zuverlässig, sauber – diese Begriffe stehen im Fokus des 23. Fachkongresses Holzenergie, der heute beginnt. In politisch turbulenten Zeiten für die Holzenergie treffen sich in den kommenden zwei Tagen über 250 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung in Würzburg, um aktuelle Entwicklungen der Branche zu diskutieren, zu Netzwerken und gemeinsam in die Zukunft zu blicken.

Bernd Heinrich, Vorstand des Fachverbandes Holzenergie (FVH) im Bundesverband Bioenergie e.V., sieht die Branche in der Eröffnungsrede zum Kongress vor chancenreichen, aber auch weiter herausfordernden Zeiten stehen: „Die schnelle und sozialverträgliche Umsetzung von Klimaschutz, Energiewende und Versorgungssicherheit stellt Politik und Gesellschaft vor große Aufgaben. Als Holzenergiebranche bieten wir Lösungen für diese drängenden Fragen an und stehen als sofort verfügbare dezentrale, zuverlässige und saubere erneuerbare Energiequelle zur Verfügung. Auch wenn wir den Beitrag der nachhaltigen Holzenergie beispielsweise bei der Überarbeitung der Erneuerbare Energien Richtlinie der EU (RED III) oder im Gebäudeenergiegesetz sichern konnten, haben die vergangenen, turbulenten Monate gezeigt, dass wir um den Stellenwert der Holzenergie kämpfen müssen. Auch die Zukunft wird weiter unruhige politische Zeiten bringen.“ Heinrich verweist darauf, dass neben den öffentlich breit diskutierten Themen wie der RED III oder dem GEG auch bei den weniger prominenten Themen wie Industriewärme, Wärmenetze oder der Förderpolitik für den Heizungstausch und Wärmenetzbau hart um die Rolle der Holzenergie gerungen wird.

Die Pläne der Bundesregierung bis 2030 die Hälfte der Wärmeversorgung erneuerbar zu gestalten, sieht der FVH-Vorstand als nicht erreichbar an, wenn feste Biomasse gegenüber anderen erneuerbaren Energien benachteiligt werde. 2022 betrug der Anteil erneuerbarer Wärme erst rund 17 Prozent. „So sehr wir die Entscheidung der Bundesregierung hinsichtlich Holzenergie im Gebäudeenergiegesetz begrüßen, so sehr muss der Politik klar werden, dass die Energiewende auch in anderen Bereichen ohne alle verfügbaren erneuerbaren Energien nicht gelingen kann. Die Einschränkungen für Holzenergie in der Bundesförderung für effiziente Gebäude müssen zurückgenommen werden, ebenso wie die pauschalen Beschränkungen des Biomasseeinsatzes bei Wärmenetzen oder die unsinnigen und wirtschaftsfeindlichen Regelungen zur Prozesswärmeerzeugung. Die EU hat mit der RED III klargestellt, dass Energie aus Holz im Rahmen der Nachhaltigkeit natürlich eine erneuerbare Energieform ist. Dies muss sich auch in der nationalen Gesetzgebung so wiederfinden.“ betont Heinrich. Der FVH-Vorstand verweist darauf, dass die privaten Haushalte in Deutschland lediglich 46 Prozent des Wärmeverbrauchs ausmachen und mit der Defossilisierung von Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen noch weitere große Baustellen warten.

Mit Blick auf die aktuell noch in Arbeit befindliche Nationale Biomassestrategie der Bundesregierung fordert Heinrich: „Die Biomassestrategie muss die Chancen der Holzenergie für verlässliche und bezahlbare erneuerbare Energie und Wärme nutzen. Wenn wir die ambitionierten Ziele der Versorgungssicherheit, der Bioökonomie und des Klimaschutzes erreichen wollen, müssen wir die nachwachsende und CO2-neutrale Ressource Holz zur nachhaltigen Strom- und Wärmeversorgung in der Industrie, in Wärmenetzen und in privaten und gewerblichen Gebäuden in die verschiedenen politischen und energiewirtschaftlichen Vorhaben einbeziehen. Als einzige erneuerbare Energieform kann die Bioenergie dabei nicht nur klimaneutrale Energie liefern, sondern mit der Abscheidung des CO2 aus Heizwerken und Heizkraftwerken oder der Herstellung von Pflanzenkohle auch noch CO2-negativ werden. Ein Pfund, das die Biomassestrategie für die langfristige Klimaneutralität Deutschlands berücksichtigen muss.“ Der FVH-Vorstand unterstreicht, dass besonders moderne Biomasseanlagen hocheffizient und sauber erneuerbare Energie bereitstellen und so entscheidend zu den von der Politik angestrebten Zielen beitragen können. Um den Markt für negative Emissionen, also den Entzug von CO2 aus der Atmosphäre, in Schwung zu bringen, brauche es verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen und analog zur Bepreisung fossiler Emissionen eine wirtschaftliche Honorierung der CO2-Abscheidung.

Abschließend ruft Heinrich die Entscheidungsträger in der Politik auf, sich für eine nachhaltige, aktive Waldbewirtschaftung einzusetzen: „Es ist entscheidend, dass wir uns unserer nachhaltigen Ressourcengrundlage nicht berauben und Wälder weiter aktiv nutzen können, um den immer dramatischeren Auswirkungen des Klimawandels durch aktiven Waldumbau zu begegnen und die Rohstoffe für den Umbau der fossilen Gesellschaft zur Bioökonomie verwenden zu können. Holz steht in Deutschland regional und nachhaltig zur Verfügung. Jedes Jahr wächst mehr Holz nach, als genutzt wird und bei der energetischen Nutzung kommen die Sortimente zum Einsatz, für die sich keine anderen Verwendungsmöglichkeiten ergeben, sei es aufgrund von Qualitäten oder logistischen Gründen. Holz trägt essenziell zur sicheren Energieversorgung und dem Ausbau der Bioökonomie bei. Deutschland und der Klimaschutz können es sich schlicht nicht leisten, auf nachhaltige Holzenergie aus heimischen Wäldern zu verzichten.“ so der FVH-Vorstand. Nahezu das gesamte energetisch genutzte Holz in Deutschland stammt aus dem Inland. Die energetische Holznutzung schützt das Klima, indem sie fossile Brennstoffe ersetzt und so alleine im letzten Jahr rund 34 Mio. t CO2 in der Strom- und Wärmeerzeugung einsparte, während die Wälder gleichzeitig weiter eine CO2-Senke bilden.

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