Ausgangslage: Dokumentenaustausch zwischen Systemgrenzen

In technisch geprägten Unternehmen ist der Austausch von CAD-Modellen, Konstruktionszeichnungen und projektbezogenen Dokumenten mit externen Partnern organisatorisch aufwändig. Standardlösungen wie E-Mail oder allgemeine Cloud-Speicher erfüllen die Anforderungen an Zugriffssteuerung, Versionierung und modellbezogene Kommentierung nur eingeschränkt. Spezialisierte PLM- oder CAD-Systeme wiederum setzen auf Kundenseite eine lokale Installation und Einarbeitung voraus, was den Einsatz im Lieferanten- oder Kundenkontakt erschwert.

Poi3D versucht, diese Lücke mit einem browserbasiertes Portal zu schließen, das ohne Softwareinstallation auf Empfängerseite auskommt. Der Zugriff auf 3D-Modelle, Annotationen und Zusatzdokumente erfolgt direkt im Webbrowser, was die Einstiegshürde für externe Beteiligte deutlich reduziert.

Funktionsweise: Arbeitsgruppen als Organisationsprinzip

Das zentrale Strukturprinzip von Poi3D sind Arbeitsgruppen. Ein Autor lädt Dokumente hoch und weist sie einer oder mehreren Gruppen zu. Nur Mitglieder dieser Gruppen erhalten Lesezugriff. Dieses Modell erlaubt eine feingranulare Rechteverwaltung: Lieferanten, Kunden und interne Abteilungen können in getrennten Gruppen mit jeweils unterschiedlichen Dokumentenzugängen arbeiten.

Unterstützte 3D-Formate umfassen gängige CAD-Neutralformate wie STEP, JT und 3DXML sowie das BIM-Format IFC für den Bauwesen-Einsatz. Ergänzend werden Netze in OBJ, STL, GLB und GLTF akzeptiert. Im 2D-Bereich verarbeitet das System PDF, mehrseitiges TIFF und gängige Bildformate.

Modellbezogene Zusatzinformationen

Ein wesentlicher Unterschied zu reinen Dokumentenspeichern ist die Möglichkeit, Informationen direkt mit 3D-Komponenten zu verknüpfen. Konkret stehen folgende Funktionen zur Verfügung:

  • Bild- und Textanmerkungen sowie Informationspunkte auf Komponentenebene
  • Instruktionen für Wartungs- oder Montagevorgänge mit Animationen und Positionsreferenzen
  • Zuweisung von Materialvarianten für Design-Reviews, auch nutzbar in AR-Umgebungen
  • Anhängen beliebig vieler Zusatzdateien (Protokolle, Zeichnungen, Kalkulationen) auf Komponentenebene
  • Definition und Export von Konstruktionsstücklisten mit ERP-Schnittstelle über Azure Integration Services
  • Anzeige von Sensordaten aus IoT-Hubs (Microsoft Azure, Amazon AWS) direkt im Modellkontext

Darüber hinaus unterstützt das Portal VR-Ansichtspunkte, die es etwa Architekten ermöglichen, Kunden definierte Perspektiven innerhalb eines Gebäudemodells bereitzustellen. Eine AR-Funktion erlaubt das Einblenden von 3D-Modellen in Kamerabilder zur Beurteilung des Designs in realer Umgebung.

Anwendungsfall: Formenbauer können CAD-Modelle, 3D-Scans, Messberichte und Angebote für einzelne Projekte in getrennten Arbeitsgruppen mit jeweiligen Kunden teilen, ohne Systemwechsel oder externe Austauschportale zu nutzen.

Poi3D Talk Flow: Eigenständiger Messenger mit KI-Anbindung

Ergänzend zum Dokumentenportal enthält Poi3D mit Talk Flow einen integrierten Messenger, der als Progressive Web App sowohl im Browser als auch nativ auf iOS- und Android-Geräten betrieben werden kann. Die Kommunikation ist auf den Kontext der jeweiligen Arbeitsgruppe begrenzt; ein direkter Bezug zu einem Poi3D-Dokument ist nicht zwingend erforderlich.

Funktional deckt Talk Flow Gruppenchats mit Dateianhängen, Video- und Telefonkommunikation sowie E-Mail-Versand ab. Bemerkenswert ist die Möglichkeit, mehrere KI-Sprachmodelle – darunter ChatGPT, DeepSeek und Llama – in Chats einzubinden. Die Antworten der konfigurierten Bots werden im Gesprächsverlauf gespeichert und sind damit für alle Beteiligten nachvollziehbar, was die Rückverfolgbarkeit KI-gestützter Entscheidungen erleichtert.

Datenhaltung und Betriebsmodell

Aus Unternehmensperspektive relevant ist die Option, Talk Flow vollständig auf eigener Infrastruktur zu betreiben. Damit verbleiben Chatverläufe und geteilte Dateien im eigenen Rechenzentrum, ohne dass Nachrichten über Server Dritter geroutet werden. Dieses Modell ist insbesondere für Unternehmen in regulierten Branchen oder mit strikten Datenschutzanforderungen von Bedeutung.

Technischer Hinweis: Talk Flow ist in der Poi3D-Installation enthalten und erfordert keine separate Lizenzierung. Als Progressive Web App lässt sie sich ohne App-Store-Vertrieb auf mobilen Endgeräten installieren.

Hosting und Integration

CADMAI bietet drei Betriebsvarianten an. Über poi3d-portal.com steht ein kostenloser Zugang mit eingeschränktem Funktionsumfang zur Verfügung. Für unternehmensspezifische Instanzen mit eigener Benutzerverwaltung stellt mypoi3d.com ein gehostetes Modell in Nutzerpaketen von 5 bis 100 Accounts bereit. Als dritte Option kann das Portal auf eigener Infrastruktur installiert und betrieben werden; diese Variante ist für bis zu zwei Nutzer kostenfrei.

Für die Integration in bestehende Softwarearchitekturen stehen zwei Wege zur Verfügung: NuGet-Pakete für die Einbettung in Windows-Applikationen (WPF und WinForms) sowie eine iFrame-API für Webanwendungen. Über sogenannte Storage Adapter können Dokumente aus PLM- oder Dokumentenmanagementsystemen direkt in das Portal übertragen werden.

Einordnung

Poi3D positioniert sich in einem Segment, das zwischen allgemeinen Kollaborationstools wie SharePoint oder Teams einerseits und spezialisierten PLM-Viewern andererseits liegt. Der Ansatz, 3D-Modellverwaltung mit einem selbst betreibbaren Messenger zu kombinieren und beides ohne Clientinstallation auf Empfängerseite zugänglich zu machen, ist in dieser Form vergleichsweise selten anzutreffen.

Für Unternehmen, die regelmäßig technische Dokumente mit externen Partnern austauschen und dabei die Hoheit über ihre Daten behalten wollen, stellt die Plattform einen prüfenswerten Ansatz dar. Ob der Funktionsumfang die jeweiligen Anforderungen vollständig abdeckt, hängt erwartungsgemäß von der Komplexität der bestehenden Systemlandschaft ab.

Weitere Informationen sowie eine Testversion sind unter www.poi3d.com verfügbar.

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