Eine formal bestandene elektrische Sicherheitsprüfung sagt nur begrenzt etwas darüber aus, ob eine USV-Anlage im Ernstfall tatsächlich trägt. Der Radebeuler Fachbetrieb AKKURAT – Gesicherte Stromversorgungen GmbH erläutert, welche Prüfungen über die reine Sicherheitsbetrachtung hinaus wichtig sind und warum die Batterie dabei das am häufigsten unterschätzte Risiko ist.

Radebeul. USV-Anlagen sichern in Krankenhäusern, Rechenzentren und Industriebetrieben die Stromversorgung, wenn das öffentliche Netz ausfällt. Weil sich ein solcher Ausfall nicht ankündigt, muss die Anlage jederzeit einsatzbereit sein. In der Praxis ist das nicht immer gegeben: Auch eine USV, deren letztes Prüf- oder Wartungsprotokoll keine Beanstandungen aufweist, kann im Lastfall ausfallen. Eine häufige Ursache ist, dass zwei unterschiedliche Themen gleichgesetzt werden: die elektrische Sicherheitsprüfung und die technische Wartung zur Sicherstellung der Verfügbarkeit.

Sicherheitsprüfung und Wartung verfolgen unterschiedliche Ziele

Die Betriebssicherheitsverordnung und die DGUV Vorschrift 3 verpflichten Arbeitgeber beziehungsweise Betreiber, elektrische Anlagen und Betriebsmittel in ordnungsgemäßem Zustand zu halten und regelmäßig prüfen zu lassen. Diese Prüfungen dienen vor allem der elektrischen Sicherheit, also dem Schutz von Personen und Sachwerten vor Gefahren wie elektrischem Schlag, Brand oder anderen sicherheitsrelevanten Mängeln.

Über die tatsächliche Verfügbarkeit einer USV im Stromausfall sagt eine bestandene Sicherheitsprüfung jedoch nur begrenzt etwas aus. Eine Anlage kann elektrisch sicher sein und trotzdem bei einer Netzunterbrechung nicht die erforderliche Überbrückungszeit erreichen.

Dafür ist die regelmäßige fachgerechte Wartung entscheidend. Wartungsintervalle ergeben sich aus Herstellerangaben, Anlagenkritikalität, Einsatzbedingungen, Gefährdungsbeurteilung und einschlägigen technischen Regelwerken, unter anderem der Normenreihe DIN EN IEC 62040 für USV-Systeme. Bei kritischen Anlagen hat sich in der Praxis mindestens eine jährliche Wartung bewährt. Dabei werden unter anderem Gleichrichter, Wechselrichter, Bypass, Batterie, Lüftung, Steuerung, Verschleißteile und Ereignisprotokolle geprüft. Beide Betrachtungen sind nötig: Sicherheit und Verfügbarkeit.

Der Schwachpunkt Batterie

Die Batterie ist eine der häufigsten Ausfallursachen einer USV und wird zugleich oft nur oberflächlich geprüft. Eine Sichtprüfung und die Messung der Erhaltungsladespannung können unauffällig sein, obwohl ein Akku bereits einen erheblichen Teil seiner nutzbaren Kapazität verloren hat. Die Klemmenspannung allein erlaubt keinen verlässlichen Rückschluss auf die tatsächlich verfügbare Kapazität.

Aussagekräftiger sind ergänzende Prüfverfahren. Die Innenwiderstands- oder Impedanzmessung jedes einzelnen Blocks hilft, schwache oder alternde Batterien frühzeitig zu erkennen. Besonders wertvoll ist sie als regelmäßige Vergleichs- und Trendmessung, weil sich Veränderungen einzelner Blöcke im Batterieverband dadurch sichtbar machen lassen.

Der belastbarste Nachweis der tatsächlichen Leistungsfähigkeit bleibt ein Kapazitäts- oder Entladetest. Er zeigt, ob die Batterie die geforderte Überbrückungszeit unter definierter Last noch erreicht. Gerade bei kritischen Verbrauchern ist diese Prüfung entscheidend, weil nur sie die reale Reserve der Batterie überprüft.

Eine wichtige Rolle spielt außerdem die Aufstellungstemperatur. Bei Bleibatterien verkürzt dauerhaft erhöhte Temperatur die Lebensdauer deutlich. Als Faustwert gilt: Je etwa 10 °C oberhalb von rund 20 °C kann sich die Lebensdauer ungefähr halbieren. Die Temperatur am Aufstellort sollte deshalb regelmäßig kontrolliert und dokumentiert werden.

Funktions- und Umschalttest

Ein Funktions- oder Lastübernahmetest prüft, ob die USV bei Netzausfall sauber auf Batteriebetrieb wechselt und anschließend wieder störungsfrei in den Normalbetrieb zurückkehrt. Viele Betreiber meiden solche Tests aus Sorge vor einem Lastabwurf. Gerade deshalb sollten sie geplant, fachgerecht vorbereitet und kontrolliert durchgeführt werden. Denn sie bestätigen die zentrale Aufgabe der USV: die sichere Versorgung im Ernstfall.

Dazu gehört auch die Prüfung der Bypass-Funktion. Der statische Bypass dient als Rückfallebene, etwa bei Überlast oder internen Störungen. Der manuelle beziehungsweise externe Wartungsbypass ermöglicht es, die Anlage im Servicefall zu umgehen und Arbeiten ohne Versorgungsunterbrechung durchzuführen. Beide Funktionen sind für die Betriebssicherheit einer USV-Anlage wichtig und sollten regelmäßig überprüft werden.

Verschleißteile rechtzeitig tauschen

Einige Bauteile altern unabhängig davon, ob eine USV häufig oder selten in den Batteriebetrieb geht. Elektrolytkondensatoren im Zwischenkreis trocknen über die Jahre aus, Lüfter verschleißen, Relais und Schaltkomponenten altern. Werden solche Komponenten nach Betriebsstunden, Herstellerempfehlung und thermischer Belastung planmäßig getauscht, lassen sich Folgeschäden an teureren Baugruppen oft vermeiden.

Sinnvoll ist außerdem die regelmäßige Auswertung der Ereignis- und Alarmprotokolle. Viele Störungen kündigen sich dort frühzeitig an, etwa durch Temperaturwarnungen, Batteriealarme, Überlastmeldungen, Bypass-Ereignisse oder wiederkehrende Netzauffälligkeiten.

Dokumentation und Versicherungsschutz

Wartung und Prüfung sollten vollständig und nachvollziehbar dokumentiert werden. Dazu gehören Messwerte, Prüfumfang, Batteriedaten, Auffälligkeiten, empfohlene Maßnahmen und durchgeführte Arbeiten. Eine saubere Dokumentation erleichtert die Betriebsführung, unterstützt die Instandhaltungsplanung und kann im Schadenfall relevant für die Kommunikation mit Versicherern sein.

Fehlen Nachweise über vorgeschriebene oder vertraglich vereinbarte Prüfungen und Wartungen, kann dies zu Rückfragen, Kürzungen oder Streit über die Leistungspflicht führen. Umso wichtiger ist es, Wartung nicht nur durchzuführen, sondern auch belastbar zu dokumentieren.

„Viele Ausfälle, zu denen wir gerufen werden, hätten sich an den Messwerten früh erkennen lassen. Bei einer rein formalen Betrachtung tauchen sie aber nicht immer auf“, sagt Dominic Harnisch, Geschäftsführer der AKKURAT – Gesicherte Stromversorgungen GmbH. „Wer Batterien regelmäßig per Impedanzmessung überwacht und bei kritischen Anlagen unter Last prüfen lässt, erkennt schwache Blöcke rechtzeitig. Entscheidend ist nicht nur, dass ein Protokoll abgehakt ist. Entscheidend ist, dass die Anlage im Ernstfall tatsächlich läuft.“

AKKURAT wartet Anlagen zur gesicherten Stromversorgung herstellerübergreifend und übernimmt auf Wunsch die Koordination, Terminplanung und Dokumentation. Weitere Informationen zum Wartungs- und Serviceangebot: https://akkurat-gsv.de/notstrom-wartung/

Über die Akkurat – Gesicherte Stromversorgungen GmbH

Die AKKURAT – Gesicherte Stromversorgungen GmbH mit Sitz in Radebeul bei Dresden plant, installiert, wartet und repariert seit 1996 Anlagen zur gesicherten Stromversorgung. Das Leistungsspektrum des herstellerunabhängigen Handwerksbetriebs umfasst USV- und BSV-Anlagen, Netzersatz- und Notstromanlagen, Sicherheitsbeleuchtung sowie Batterieanlagen für Industrie und öffentliche Hand. Zu den langjährigen Kunden zählen unter anderem das Universitätsklinikum Dresden und der Flughafen Dresden. Mit rund 15 Mitarbeitenden bietet AKKURAT herstellerübergreifende Wartung mit Terminerinnerung, kurze Reaktionszeiten im Notfall und vollständige Dokumentation. Ergänzend betreibt das Unternehmen einen Webshop für Produkte der Stromspeicherung und -erzeugung.

Web: https://akkurat-gsv.de · Wartung & Service: https://akkurat-gsv.de/notstrom-wartung/

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