Bei rhythmischen Arrhythmien, wie sie etwa bei gesunden jungen Menschen im Rahmen der respiratorischen Sinusarrhythmie auftreten, verändern sich die Schlagabstände regelmäßig. Unter Belastung verschwinden diese Schwankungen häufig, die HRV sinkt. Die HRV signalisiert „schlechtere Werte“, obwohl die physiologische Anpassung vollkommen normal und sogar gesund ist.
Bei arrhythmischen Arrhythmien verhält es sich umgekehrt. Unregelmäßige Herzrhythmusstörungen erzeugen zusätzliche Schwankungen der Schlagabstände, wodurch die HRV teilweise schlagartig ansteigt. Die HRV signalisiert „bessere Werte“, obwohl möglicherweise eine relevante Herzrhythmusstörung vorliegt.
Rhythmische und arrhythmische Arrhythmien können die HRV also in entgegengesetzte Richtungen verschieben, ohne dass sich die tatsächliche Gesundheit ändert. In beiden Fällen misst die HRV zwar korrekt die Variabilität der Schlagabstände, liefert jedoch keine Information darüber, warum diese Variabilität entsteht.
Ohne zusätzlichen physiologischen Kontext kann die HRV nicht zwischen gesunder Regulation, körperlicher Belastung, Erholung oder Herzrhythmusstörungen unterscheiden. Genau diesen Kontext liefert die Blutdruckschwankung zweiter Ordnung: Der BPER (Blutdruck-Ereignis-Recorder) erfasst sie nichtinvasiv und ordnet die beobachtete Variabilität einem realen, blutdruckabhängigen Verlauf zu.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht „Wie hoch ist die HRV?“, sondern „Warum ist die HRV hoch oder niedrig?“. Erst die Verknüpfung mit einer referenzgeprüften Blutdruckdynamik macht aus einer reinen Zahl eine belastbare physiologische Aussage.
„Die HRV sagt, dass sich etwas verändert – aber nicht warum. Erst der physiologische Kontext macht aus Variabilität eine verlässliche Information“, sagt Holger Redtel, Erfinder der Redtel-Methode.
bper.me ersetzt keine ärztliche Diagnostik. Es schafft jedoch die referenzgeprüfte Grundlage, um beobachtete Variabilität physiologisch einzuordnen.
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