Drei Befunde prägen die Lage im Metallhandwerk im Sommer 2026
Die Betriebe bewerten ihre eigene Lage im Mittelfeld. Nach Angaben des Bundesverbands Metall vergeben 69 Prozent für die aktuelle Unternehmenslage die Schulnoten 1 bis 3, im Durchschnitt liegt die Bewertung bei der Note 3,0. Für das kommende Quartal rechnen 69 Prozent mit einer gleichbleibenden und 9 Prozent mit einer besseren Lage, während 22 Prozent eine Verschlechterung erwarten.
Die Erhebung wurde im Juli 2026 durchgeführt. Je nach Frage lagen dem Verband 432 bis 438 Antworten vor, zum Auftragsbestand 437. Die Vergleichsbasis aus dem Vorjahr umfasst 249 Antworten, weshalb der Verband die Kategorien der Auftragsreichweite für den Vorjahresvergleich vereinheitlicht hat.
Wie weit die Auftragsbestände der Betriebe inzwischen reichen
Die Auftragsreichweite hat sich gegenüber dem Vorjahr spürbar verschoben. Laut der Konjunkturumfrage sank der Anteil der Betriebe mit höchstens zwei Monaten Auftragsbestand von 54,2 Prozent im dritten Quartal 2025 auf 43,7 Prozent im dritten Quartal 2026. Der zusammengefasste Anteil mit einer Reichweite von bis zu drei beziehungsweise vier Monaten stieg im selben Zeitraum von 26,5 auf 37,1 Prozent.
Am oberen Ende der Skala geht es dagegen zurück. Mehr als sechs Monate Auftragsbestand meldeten nach Angaben des Bundesverbands Metall 8,5 Prozent der Betriebe, nach 10,4 Prozent im Vorjahr. Die Arbeit verteilt sich damit gleichmäßiger, sie reicht aber in weniger Fällen weit in die Zukunft.
Vier Umfragewerte fassen das Bild des dritten Quartals zusammen. Alle Angaben stammen aus der Konjunkturumfrage des Bundesverbands Metall vom Juli 2026:
- 78 Prozent erwarten eine stabile oder bessere Geschäftslage im kommenden Quartal.
- 69 Prozent bewerten ihre aktuelle Lage mit den Schulnoten 1 bis 3.
- 56 Prozent verfügen über einen Auftragsbestand von drei Monaten oder mehr.
- 31 Prozent halten die erzielbaren Marktpreise für unzureichend.
Warum die erzielbaren Marktpreise zum eigentlichen Engpass werden
Volle Auftragsbücher sagen im Metallbau wenig über die Marge aus. Laut der Konjunkturumfrage beurteilen nur 11 Prozent der Befragten die erzielbaren Marktpreise als gut, weitere 58 Prozent als auskömmlich. Der Verband nennt hohe Energie-, Material- und Finanzierungskosten sowie hohe Lohnzusatzkosten und Bürokratie als Ursachen für den Druck auf die Preise.
Auch personell bleibt die Lage angespannt. Nach Angaben des Bundesverbands Metall hat in rund der Hälfte der Betriebe in den vergangenen zwölf Monaten mindestens eine Person das Unternehmen für einen Wechsel oder die Selbstständigkeit verlassen. Knapp 30 Prozent melden zusätzlich mindestens einen vorzeitigen Ruhestand. Wie sich einzelne Leistungen kalkulieren, zeigt ein Kostenüberblick für ein Geländer vom Schlosser.
„Ein Betrieb, der drei Monate ausgebucht ist und trotzdem am Preis scheitert, hat kein Auftragsproblem, sondern ein Kalkulationsproblem. Wer Stahl verarbeitet, verkauft Arbeitszeit, und die ist zuletzt teurer geworden als das Material“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Wo die Nachfrage nach Schließ- und Sicherheitstechnik aktuell steht
Ein Teil der Aufträge im Metallbau hängt an der Sicherheitstechnik am Gebäude. Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie hat am 1. September 2026 eine Umfrage dazu veröffentlicht. Befragt wurden nach Angaben des Verbands rund 5.000 Menschen ab 18 Jahren, erhoben hat die Daten das Meinungsforschungsinstitut Civey zwischen dem 23. Juni und dem 29. Juni 2026. Laut dieser Umfrage hat der Schutz des eigenen Heims für 84 Prozent der Befragten einen hohen Stellenwert.
Die Investitionsbereitschaft verteilt sich dabei auf mehrere Bereiche. Nach Angaben des Verbands wollen 29 Prozent in Videotechnik investieren, nach 26 Prozent im Jahr 2024. Einbruchschutz und Cybersicherheit kommen auf je 27 Prozent, klassische Alarmanlagen auf 20 Prozent. Die Fehlertoleranz der Befragung gibt der Verband mit 2,6 Prozentpunkten an.
Für den Herbst 2026 bleibt damit ein doppeltes Bild bestehen. Die Nachfrage nach mechanischer und elektronischer Sicherung am Gebäude ist vorhanden, die Preise für die handwerkliche Leistung sind es aus Sicht vieler Betriebe nicht. Die nächste Konjunkturumfrage des Bundesverbands Metall zum vierten Quartal 2026 steht noch aus.
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