Auf Basis seiner Erfahrung mit Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt hat CERATIZIT unter anderem drei eng miteinander verknüpfte Herausforderungen identifiziert, die die Prozesssicherheit maßgeblich bestimmen: konzentrierte Hitze an der Schneide, schwer vorhersehbarer Werkzeugverschleiß und die Notwendigkeit, große Materialvolumina abzutragen, ohne die hochwertigen Bauteile zu gefährden. Allen drei begegnet das Unternehmen mit einem abgestimmten Bearbeitungssystem rund um die Hartmetallsorte CTC5240, geeignete Werkzeuge, eine kontrollierte Kühlschmierstoffzufuhr, anwendungsspezifische Schnittdaten und technischer Unterstützung durch Experten.
„Diese drei Herausforderungen lassen sich nicht unabhängig voneinander lösen“, sagt Manuel Höfferer, Anwendungsspezialist Aerospace and Defence bei CERATIZIT. „Wärme beeinflusst den Verschleiß, Verschleiß beeinflusst die Prozesssicherheit und die Prozesssicherheit entscheidet darüber, wie produktiv Material abgetragen werden kann. Die Lösung muss deshalb Hartmetallsorte, Geometrie, Werkzeugkörper, Kühlschmierstoffzufuhr und Bearbeitungsstrategie miteinander verbinden.“
Schneidentemperatur durch Werkzeug- und Prozessauslegung kontrollieren
Aufgrund der geringen Wärmeleitfähigkeit von Titan kann die beim Zerspanen entstehende Wärme nur unzureichend aus der Bearbeitungszone abgeführt werden. Stattdessen konzentriert sich die thermische Belastung an der Werkzeugschneide, während der Werkstoff seine hohe Festigkeit auch während des Schnitts beibehält. Diese Kombination stellt hohe thermische und mechanische Anforderungen an das Hartmetallsubstrat ebenso wie an Beschichtung und Schneidengeometrie.
CERATIZIT begegnet dieser Herausforderung mit CTC5240, einer speziell für das Fräsen von Titan in der Luft- und Raumfahrt entwickelten Hartmetallsorte. Das wärmeleitfähige Substrat und die CVD-Beschichtungsarchitektur sind auf Wärmekontrolle, Verschleißfestigkeit und Schneidkantenstabilität ausgelegt. Kombiniert wird die Sorte mit speziellen Geometrien, kontrollierten Eingriffsbedingungen und einer gezielten Kühlschmierstoffzufuhr. So wird die Temperatur als Teil des Gesamtprozesses identifiziert und nicht als isoliertes Werkzeugmerkmal betrachtet.
Werkzeugverschleiß zu einer planbaren Größe machen
Die chemische Reaktivität von Titan, seine Neigung zur Aufbauschneidenbildung und seine elastische Rückfederung können Adhäsion, Ausbrüche, Kerbverschleiß, Belastungen der Beschichtung und Reibung an der Freifläche begünstigen. Diese Mechanismen können sich gegenseitig verstärken und den Verschleiß rasch vorantreiben. Das macht Werkzeugwechsel und Bearbeitungsergebnisse schwer planbar.
Die Lösung von CERATIZIT ist deshalb auf ein kontrolliertes, reproduzierbares Verschleißverhalten ausgelegt und nicht auf einen einzelnen Spitzenwert bei der Standzeit. CTC5240 bildet die werkstoffspezifische Basis, während Fräskörper, Schneidkantenpräparation, Rundlaufkontrolle, Schnittparameter und Anwendungstechnik auf die jeweilige Operation abgestimmt werden. Diese Systemlogik ermöglicht messbare Standzeiten, planbare Wechselintervalle und mehr Sicherheit bei langen Bearbeitungssequenzen.
Mehr Zerspanungsleistung ohne erhöhtes Bauteilrisiko
Bei Flugzeugstrukturbauteilen müssen häufig große Titanvolumina aus Schmiede- oder Vollmaterial abgetragen werden. Hersteller benötigen daher wettbewerbsfähige Zeitspanvolumina und müssen zugleich die Bauteile schützen, in denen bereits erheblicher Material-, Vorbereitungs- und Bearbeitungswert steckt. Eine bloße Erhöhung der Schnittdaten kann die thermischen und mechanischen Belastungen steigern und zusätzliche Prozessrisiken provozieren.
Wird dagegen die Werkzeuglösung auf das jeweilige Bauteilmerkmal und die Bearbeitungsumgebung abgestimmt, lassen sich Produktivität und Prozesssicherheit in Einklang bringen. Tiefe Taschen, dünne Wände, große Auskraglängen und unterbrochene Schnitte erfordern jeweils unterschiedliche Kombinationen aus Werkzeugsystem, Eingriffsstrategie, Kühlschmierstoffzufuhr und Schnittdaten. Verfahren wie das Gleichlauffräsen, kontrollierte Eingriffsbedingungen und eine konsequente Rundlaufkontrolle helfen dabei, die Leistungsfähigkeit von CTC5240 unter realen Produktionsbedingungen in einen stabilen Materialabtrag umzuwandeln.
Qualifizierte Prozesse durch Versorgungssicherheit absichern
Für Hersteller in der Luft- und Raumfahrt endet Prozessstabilität nicht an der Maschine: Verfügbarkeit, Qualifizierung und langfristige Versorgungskontinuität sind ebenfalls entscheidende Faktoren. Die erneute Qualifizierung eines Bearbeitungsprozesses kann in Luft- und Raumfahrtprogrammen schnell kostenintensiv werden. Daher sind Werkzeugverfügbarkeit und Versorgungssicherheit ein wichtiger Bestandteil des Kundennutzens.
CERATIZIT verbindet seine Expertise beim Titanfräsen mit einer stabilen Hartmetall-Wertschöpfungskette. Dazu zählen die integrierte Wertschöpfungskette des Unternehmens, die Kompetenz im Hartmetallrecycling und die Versorgungssicherheit für westliche Märkte. Damit erhält die technische Lösung eine weitere wichtige Dimension: Kunden benötigen nicht nur eine Werkzeuglösung mit herausragender Bearbeitungsleistung, sondern auch einen Partner, der qualifizierte Prozesse langfristig unterstützen kann.
Expertenwissen für anwendungsspezifische Lösungen
Für Titanbauteile in der Luft- und Raumfahrt gibt es keine universell gültigen Schnittparameter. Die passende Lösung hängt von Legierung, Bauteilgeometrie, Maschinenbedingungen, Bearbeitungsaufgabe und Produktionsziel ab. „Jede Titananwendung ist anders“, sagt Manuel Höfferer. „Unsere Aufgabe ist es, Hartmetallsortenentwicklung, Auswahl des Werkzeugsystems, Schnittdaten und Anwendungsexpertise zu einer Prozessstrategie zu verbinden, die den konkreten Bauteil- und Fertigungsbedingungen des Kunden entspricht.“
Wer diese Zusammenhänge technisch vertiefen möchte, kann das Whitepaper „Hochleistungsfräsen von Titanlegierungen für die Luft- und Raumfahrt“ herunterladen. Es beleuchtet die Bedeutung von Temperatur, Verschleißverhalten, Werkzeugkonzepten, Kühlschmierstoffversorgung sowie Bearbeitungsstrategie und veranschaulicht diese anhand von Beispielen aus der Titanbearbeitung. Eine ergänzende Broschüre bietet einen Überblick über die entsprechenden Werkzeugsysteme und Anwendungsbereiche.
CERATIZIT – Mit Leidenschaft und Pioniergeist für Hartstoffe
CERATIZIT, ein Unternehmen der Plansee Group, ist seit über 100 Jahren Pionier auf dem Gebiet anspruchsvoller Hartstofflösungen für Zerspanung und Verschleißschutz. Das Privatunternehmen mit Sitz in Mamer, Luxemburg, entwickelt und produziert hochspezialisierte Zerspanungswerkzeuge, Wendeschneidplatten, Stäbe und Verschleißteile aus Hartstoffen. In verschiedenen Anwendungssegmenten ist CERATIZIT Weltmarktführer und entwickelt erfolgreich neue Hartmetall- und Cermet-Sorten, etwa für die Holz-, Metall- und Gesteinsbearbeitung.
Mit weltweit mehr als 7.000 Mitarbeitern an 28 Produktionsstätten und einem Vertriebsnetz mit über 50 Niederlassungen ist CERATIZIT ein Global Player der Hartmetallbranche. Zum internationalen Netzwerk gehören die Tochterunternehmen AgriCarb, Stadler Metalle und Xceliron sowie das Joint Venture CB-CERATIZIT.
Der Technologieführer investiert kontinuierlich in Forschung und hält über 1.000 Patente. Innovative Hartstofflösungen von CERATIZIT finden in verschiedensten Industrien Anwendung, unter anderem im Maschinen- und Werkzeugbau, in der Automobilbranche, in der Luft- und Raumfahrtindustrie, in der Öl- und Gasindustrie sowie in der Medizinindustrie eingesetzt.
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