Der Licht-Sicht-Test 2026 hat im Oktober 2026 in den Kfz-Meisterbetrieben begonnen. Die Aktion, die es seit 1956 gibt, wird vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), dem Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks und der Deutschen Verkehrswacht (DVW) getragen, wie die Veranstalter auf ihrer Aktionsseite mitteilen. Beim Durchgang im Oktober 2025 hatte laut der Bilanz von ZDK und DVW vom 3. Dezember 2025 mehr als jeder vierte Pkw Mängel an der Beleuchtung: 27,8 Prozent nach 25,3 Prozent im Jahr davor. Für Fahrer, die eine Kamera hinter der Windschutzscheibe nutzen, bedeutet ein falsch eingestellter Scheinwerfer zweierlei: schlechtere Sicht auf der Straße und ein überstrahltes Videobild. Das Fachportal der Provimedia GmbH erklärt, wie eine Dashcam mit Nachtsicht bei Dunkelheit arbeitet und wo ihre Grenzen liegen.

Beim Licht-Sicht-Test prüfen teilnehmende Werkstätten die Beleuchtungsanlage und beheben kleine Mängel in der Regel sofort und ohne Berechnung; nur Ersatzteile und aufwendige Einstellarbeiten kosten laut den Veranstaltern. Eine Plakette an der Windschutzscheibe dokumentiert die bestandene Prüfung. Im Oktober 2025 wurden nach Angaben von ZDK und DVW mehr als 2,5 Millionen dieser Prüfplaketten vergeben.

Welche Mängel die Werkstätten im Herbst 2025 am häufigsten fanden

Die Bilanz des Licht-Sicht-Tests 2025 nennt für Pkw eine Mängelquote von 19,7 Prozent bei den Hauptscheinwerfern, nach 16,8 Prozent im Jahr 2024. Bei 9,5 Prozent der geprüften Pkw waren die Scheinwerfer laut ZDK und DVW zu hoch eingestellt und blendeten den Gegenverkehr, im Vorjahr traf das auf 8,2 Prozent zu. Zu niedrig eingestellte Scheinwerfer mit zu kurzer Reichweite bemängelten die Betriebe bei 8,5 Prozent der Fahrzeuge, nach 7,4 Prozent im Jahr davor. Die rückwärtige Beleuchtung fiel bei 10,1 Prozent der Pkw mit Defekten auf; 2024 hatte dieser Wert bei 7,8 Prozent gelegen. Alle vier Kennzahlen sind damit binnen eines Jahres gestiegen.

Wie Nutzfahrzeuge im Vergleich zu Pkw abschneiden

Nutzfahrzeuge schnitten beim Durchgang 2025 laut der Bilanz von ZDK und DVW noch schlechter ab als Pkw, verbesserten sich aber gegenüber 2024. Die Veranstalter nennen für Transporter und Lkw vier Werte:

  • 32,1 Prozent der geprüften Nutzfahrzeuge hatten Mängel an der Beleuchtung, nach 33,1 Prozent im Jahr 2024.
  • Bei 23,1 Prozent waren die Hauptscheinwerfer nicht in Ordnung, ein Jahr zuvor bei 22,9 Prozent.
  • Zu hoch eingestellte Scheinwerfer mit Blendwirkung fanden die Betriebe bei 12,7 Prozent, nach 14,9 Prozent im Vorjahr.
  • Am Heck war bei 17,5 Prozent der Nutzfahrzeuge die Beleuchtung nicht vollständig funktionsfähig, 2024 waren es 19,5 Prozent.

Der Anteil zu niedrig eingestellter Scheinwerfer stieg bei Nutzfahrzeugen laut ZDK und DVW von 6,9 auf 8,8 Prozent. Gerade Lieferwagen sind in den Abendstunden im Herbst und Winter unterwegs, wenn die Zustellung in die Dunkelheit fällt.

Warum Blendung und Dunkelheit auch das Bild der Dashcam verändern

Der Bildsensor einer Autokamera muss bei Nacht die dunkle Fahrbahn und die hellen Scheinwerfer des Gegenverkehrs gleichzeitig abbilden. Ein zu hoch eingestellter Scheinwerfer erzeugt im Video einen überstrahlten Fleck, in dem Kennzeichen und Fahrzeugkonturen verschwinden. Ein zu niedrig eingestelltes eigenes Abblendlicht lässt die Fahrbahn vor dem Auto im Dunkeln, sodass die Kamera Hindernisse erst spät erfasst. Die Unfallstatistik unterstreicht, wie viel davon abhängt. Nach den am 7. Juli 2026 veröffentlichten endgültigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamts starben 2025 in Deutschland 2.832 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen, 62 mehr als 2024, und rund 371.000 wurden verletzt. 56 Prozent der Getöteten kamen laut der Behörde auf Landstraßen ums Leben, wo Straßenbeleuchtung meist fehlt. Was eine Kamera bei Nachtfahrten festhalten kann und welche Einstellungen dabei helfen, beschreibt das Fachportal in seinen Hinweisen für brauchbare Dashcam-Aufnahmen bei Nachtfahrten.

Bei einem Unfall bei Dunkelheit entscheidet die Qualität der Aufnahme darüber, ob sie den Hergang zeigt. Ein überbelichtetes Bild vom Gegenverkehr hilft ebenso wenig wie eine schwarze Fahrbahn.

Wann und wo Autofahrer die Prüfung im Herbst 2026 machen können

Die Aktion läuft nach Angaben der Veranstalter wie jedes Jahr ab Oktober; teilnehmende Betriebe sind über die Werkstattsuche der Aktionsseite zu finden. Die Schirmherrschaft für 2026 hat laut der Aktionsseite Bundesverkehrsminister Steffen Bilger übernommen, der die funktionierende Beleuchtung als Voraussetzung für sicheres und vorausschauendes Fahren in der Dunkelheit bezeichnet. Neu seit 2025 ist der erweiterte Sicht-Test: Auf Wunsch prüfen die Betriebe zusätzlich Wischerblätter, Reifen und die Windschutzscheibe auf Steinschläge. Für Nutzer einer Autokamera ist der letzte Punkt wichtig, weil die Kamera durch genau diese Scheibe filmt.

Worauf Fahrer bis zur Bilanz im Dezember 2026 achten können

Die Ergebnisse des Licht-Sicht-Tests 2026 werden ZDK und DVW voraussichtlich Anfang Dezember 2026 vorlegen, wie im Vorjahr rund zwei Monate nach dem Aktionsmonat. Bis dahin lohnt für Kamerabesitzer ein eigener Abgleich: Wer nach der Werkstattprüfung eine Nachtfahrt aufzeichnet, sieht im Video, ob die eigene Scheinwerfereinstellung die Fahrbahn ausleuchtet und ob der Sensor mit dem Gegenverkehr zurechtkommt.

„Ein Scheinwerfer, der den Gegenverkehr blendet, blendet auch die eigene Kamera. Die Lichtprüfung in der Werkstatt ist deshalb zugleich eine Prüfung der Beweissicherung. Wer im Oktober das Licht einstellen lässt, bekommt im Winter brauchbarere Aufnahmen“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

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