„Wir sind jüngst mit dem Bau der neuen, 670 Quadratmeter großen Energiezentrale in der Gildestraße gestartet und schließen diese an das bestehende Wärmenetz in Grömitz an“, sagt Dustin Reichl des HanseWerk-Unternehmens HanseWerk Natur, kommunaler Ansprechpartner für die Gemeinde. Mit dem Projekt ersetzt das Unternehmen einen Teil der bisherigen erdgasbasierten Wärmeerzeugung durch Wärme aus Großwärmepumpen und stärkt gleichzeitig die Versorgungssicherheit in der Ostseegemeinde. HanseWerk Natur, das zur HanseWerk-Gruppe gehört, erhält hierfür Fördermittel aus der Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW).
„Die neue Großwärmepumpe trägt dazu bei, in Grömitz die Wärme auf erneuerbare Energien umzustellen und uns unabhängiger zu machen von den globalen Energiemärkten“, erklärt Dr. Nikolaus Meyer, technischer Geschäftsführer von HanseWerk Natur, einer Tochter von HanseWerk. „Sie wird künftig rund die Hälfte der Wärme für unser Netz liefern, und wir gewinnen sie überwiegend aus der Umgebungsluft. Ganz nach unserem Leitbild: Wärme mit Zukunft. Wärme von hier.“
Die neue Großwärmepumpe hat eine Leistung von 1,2 Megawatt – das ist so viel wie rund 250 kleine Wärmepumpen für Einfamilienhäuser zusammen. Es wird die größte Wärmepumpen-Anlage, die HanseWerk Natur als Teil der HanseWerk-Gruppe bisher betreibt.
Zusammen mit dem bereits bestehenden Biomethan-Blockheizkraftwerk, das am bisherigen Standort an der Kurpromenade verbleibt, erreicht das HanseWerk-Unternehmen HanseWerk Natur ab 2028 einen Anteil von etwa 60 Prozent erneuerbarer Wärme in Grömitz. Durch den teilweisen Ersatz der bisherigen erdgasbasierten Wärmeerzeugung durch die neue Großwärmepumpe sollen jährlich rund 1.550 Tonnen CO₂-Äquivalente* eingespart werden.
Konkrete Umsetzung der Kommunalen Wärmeplanung
HanseWerk Natur ist bereits seit rund zwei Jahren im engen Austausch mit der Gemeinde Grömitz. Beide Parteien haben gemeinsam ein Energiekonzept für die neue Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien entwickelt und den neuen Standort des Heizwerks in der Gildestraße festgelegt.
„Wir freuen uns sehr, dass HanseWerk Natur in Grömitz mit der Großwärmepumpe eine neue Wärmeversorgungsanlage baut“, sagt Sebastian Rieke, Bürgermeister der Gemeinde Grömitz. „Die neue Anlage fügt sich in die langfristige Entwicklung unserer kommunalen Wärmeversorgung ein und schafft eine wichtige Grundlage für die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung in Grömitz.“
Aus der Energiezentrale von HanseWerk Natur in Grömitz werden aktuell 60 Hausanschlüsse mit Nahwärme versorgt, darunter öffentliche Einrichtungen, touristische Betriebe und Mehrfamilienhäuser. Die neue Anlage schafft zudem Kapazitäten für zusätzliche Anschlüsse. Bürgerinnen und Bürger entlang der Trasse können sich bei Interesse an das Nahwärmenetz anschließen lassen.
Während der Bauzeit kann es für Anlieger zu Beeinträchtigungen kommen, beispielsweise durch die Geräuschkulisse während der Bauarbeiten, geänderte Verkehrsführungen oder eingeschränkte Parkmöglichkeiten. Der Abschluss der Arbeiten ist für Ende 2027 geplant, die Inbetriebnahme des neuen Wärmepumpen-Heizwerks soll nach der Heizperiode 2027/28 erfolgen.
* Die Bilanzierung erfolgt nach Anwendung der Finnischen Methode (gemäß AGFW Umsetzungshilfe CO₂-Kostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG)); Emissionsfaktor: Erdgas fCO₂ = 0,2016 kg/kWh
Emissionsfaktor fCO₂ (Finnische Methode) bestehende Erzeugung aus dem Jahr 2024: 177 gCO₂/kWh
Berechneter Emissionsfaktor fCO₂ (Finnische Methode) neues Konzept: 26 gCO₂/kWh
Mehr als 3 Millionen Kunden in Norddeutschland beziehen Strom, Gas oder Wärme direkt oder indirekt über die von der HanseWerk-Gruppe und ihren Tochtergesellschaften betriebenen Energienetze. Darüber hinaus bietet das Unternehmen seinen Partnern und Kunden moderne und effiziente Energielösungen mit den Schwerpunkten Netzbetrieb, dezentrale Energieerzeugung oder E-Mobilitätslösungen.
Die HanseWerk-Gruppe hat in den letzten Jahren über 120.000 Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energie an ihre Netze angeschlossen und betreibt parallel dazu etwa 1.000 Energieumwandlungsanlagen sowie einen Erdgasspeicher. Bis 2030 investiert das Unternehmen rund 2,5 Milliarden Euro in den Ausbau und die Effizienz des Stromnetzes. Damit wird es möglich, künftig noch mehr Energie aus Wind und Sonne in das Netz zu integrieren. Gleichzeitig treibt die HanseWerk-Gruppe die Sektorenkopplung voran: Unter anderem durch den Einsatz moderner Großwärmepumpen leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. Mit intelligenten Ladelösungen unterstützt das Unternehmen die Elektrifizierung des Straßenverkehrs.
Die HanseWerk-Gruppe ist ein großer Ausbildungsbetrieb im Norden und engagiert sich in vielen Forschungs- und Innovationsprojekten zur Energiewende. Über die Beteiligung der elf schleswig-holsteinischen Kreise sowie von fast 400 Kommunen sind die Unternehmen der HanseWerk-Gruppe regional sehr stark verwurzelt und unterstützen eine Vielzahl sozialer und kultureller Projekte, wie das Schleswig-Holstein Musik Festival, das Hamburger Straßenmagazin Hinz&Kunzt und den Schleswig-Holstein Netz Cup auf dem Nord-Ostsee-Kanal.
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